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Dienstag, 8. Januar 2013

Man, sind wir beKopp(s)t...

Wie wir uns eine Woche zuvor vorgenommen hatten, stoppten wir nach den Weihnachtsfeiertagen natürlich auf dem Rückweg in den tropischen Süden wieder in Berlin. Zuerst wollten wir uns nochmal im veganz mit allem (un)möglichem Allerlei eindecken - und auch mit Proviant für die restliche Fahrt in Form von Santa-Detox-Smoothie, frischem Apfelsaft und Bageln. Die genossen wir aber erst seeeehr viel später an diesem Tag.

Nachdem unser Auto nun also wirklich restlos voll war, machten wir uns (diesmal genau richtig zur Mittagszeit) auf den Weg zum Kopps. Ich freute mich schon voll auf die Käsevariation, aaaaaaber dann gab es gar keine Mittagskarte. Brunch. Von 10 bis 16.30 Uhr. Uff... (ein Blick auf die Website hätte uns schon vorgewarnt...)
Dazu muss ich sagen, dass ich nun wirklich überhaupt kein Brunch-Fan bin. Überhaupt nicht. Da wird einem normaler weise aufgezwungen, Unmengen zu verspeisen, damit man das Gefühl hat, einen gerechtfertigten Preis zu zahlen... Dann die ganzen Teller die da verbraucht werden. Und die Menschen, die sich viel zu viel auf die Teller laden und sooo viel dann in die Küche zurück gehen lassen (meine Standardhorrorvision eines amerikanischen Büffets... Klischee und Vorurteil? Kann sein...). Ich bin außerdem ein Frühaufsteher und würde bis zum vereinbarten "brunchen" wahrscheinlich schon total zerknirscht und zickig sein vor lauter Hunger ;-) Nun, ich denke mein Unmut ist nun deutlich geworden - und dazu passte Brunch ausgerechnet an diesem Tag nun überhaupt nicht - schließlich wollten wir nur kurz was essen, ähm genießen, und dann ab ins Auto und weiter gen Süden...
Naja aber wir waren nun einmal dort und für 12,50 € brunchen, wird schon irgendwie gehen... hoffte ich.

Wir bekamen einen Tisch zugewiesen und dann saßen wir dort erstmal etwas ratlos. Sollten wir gleich ans Büffet? Waren dort Teller? Und Besteck? Oder müssten wir warten, bis wir das bekämen? Und was war mit Getränken? Dann bekamen wir die Speisekarte - mit dem Hinweis für die Getränke. Aha. Also frischen Pfefferminztee bestellt und ran ans Büffet. Nach einem kurzen Überblick hatte ich bereits meinen "Plan" im Kopf - Vorspeise, Hauptgang, Dessert - wie bei einem normalen Menü. Halt (fast) ohne Frühstücksprodukte. Also ließ ich das Müsli und die Brötchen stehen und schnappte mir einen Teller. Häufte etwas Eiersalat (der muss einfach immer wieder sein), Geflügelsalat und veganes Hackfleisch auf (es gab aber noch zahlreiche weitere Salate - Apfel-Lauch-Salat, Karottensalat...) und nahm dazu etwas Brot (selbstgebacken?!).


Zum Eiersalat brauch ich, glaube ich, wirklich nichts mehr sagen. Den muss man einfach mal probieren! Geflügelsalat habe ich - wenn ich mich richtig erinnere - zuvor noch nie gegessen. Ich bin ja seit meinem 14. Lebensjahr Vegetarier und ich glaube zuvor hat mich Geflügelsalat auch nie gereizt. Die Sauce war recht flüssig, aber scheinbar soll das so beim Geflügelsalat. Drin waren noch Mandarinen und Mais und Sojageschnetzeltes. Mir hat es sehr gut geschmeckt - frisch und fruchtig. Aber einen wirklichen Vergleich habe ich natürlich nicht (muss man ja auch nicht unbedingt haben - Hauptsache, es schmeckt, oder?!). Zuletzt probierte ich das vegane Hackfleisch - ein Rezept hatte ich bereits in meinem neuen Kochbuch "Das Rock'n'Roll Veganer Kochbuch" (zu Weihnachten von meinem Freund bekommen) entdeckt. Auch im Kopps schien das Hackfleisch auf Reiswaffel zu basieren und schmeckte recht tomatig und nach etwas anderem, das wir beide nicht definieren konnten. Im Rezept von Jérôme Eckmeier soll man das Fake-Mett mit Majoran würzen, vielleicht war es das...

Für die zweite Runde am Büffet hatte ich mir die warmen Speisen vorgenommen: Soja-Nuggets, Baked Beans, Bratkartoffeln und Rührtofu landeten also auf meinem Teller (es gab aber noch mehr). Die Nuggets waren echt krass - außen schön knusprig und innen schön weich und zart. Schmeckten zum Glück nicht nach Hühnchen - zu viel Ähnlichkeit ist mir dann doch nicht angenehm. Die Bratkartoffeln waren auch total lecker - mit Zwiebeln und Räuchertofu und schön knusprig. Leider auch etwas ölig, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass sie ja länger warm gehalten werden müssen, ohne dabei zu verkleben. Die Baked Beans haben auch richtig gut geschmeckt, obwohl ich mich an diesen rauchigen Geschmack erst einmal gewöhnen musste! Nur der Rührtofu war (im Gegensatz zum Eiersalat) etwas fad.

Nach einer kurzen Verschnaufpause machten wir uns an die Dessertrunde. Ich hatte da schon die Pancakes ins Auge geschlossen und holte mir auch gleich einen. Dazu gab es frischen Obstsalat, Erdnusscreme und zwei Konfitüren - eine davon war Aprikose, aber die andere konnte ich nicht definieren - vielleicht Cranberry? Auf jeden Fall schmeckten die Konfitüren total gut, aber von dem Pancake war ich leider nicht so begeistert... er war unten schon recht hart, kaum zu schneiden und meiner sah zwar fluffig aus, war aber leider nicht so (im Gegensatz zum Pancake von meinem Freund - er war davon total begeistert).

Gut gestärkt machten wir uns also wieder auf den Weg... Nach einigen Stunden Fahrt und einem Zwischenstop im Lagerverkauf meines Lieblingsprozellanherstellers war es Zeit für Abendbrot - mitten auf der Autobahn knurrten unsere Mägen auch wieder. Na ein Glück, dass wir im veganz auch gleich Bagels (jeweils 3,90 €) mitgenommen hatten! Die waren genau das Richtige für diesen Moment. Wir hatten zwei BBQ-Bagels (den wir schon bei unserem ersten Besuch im veganz für sehrlecker deklariert haben) und einen Saté-Bagel mit Erdnüssen und Erdnusstofu gewählt. Der BBQ-Bagel war wieder saftig-würzig - obwohl er bereits mindestens fünf Stunden im Auto lag! Der Saté-Bagel war zwar etwas trockener, ließ sich dadurch aber ohne viel Kleckerei (im Auto!) essen. Er war auch schön salzig-aromatisch.


Mittwoch, 26. Dezember 2012

Mittags, halb vier in Deutschland, ähm Berlin

Auf unserem Heimweg vor Weihnachten stoppten wir in Berlin. Eigentlich wollten wir eine Mittagspause im Kopps einlegen, aber irgendwie wurde es durch Zwischenstopps und etwaige Straßensperrungen dann doch halb vier, als wir mit klopfendem Herzen das Kopps betraten - würden wir überhaupt zu so einer Zeit etwas zu Essen bekommen? Und wenn ja, was? Mittags- oder Abendkarte?
Das Restaurant war menschenleer. Wir hörten zwar, dass in der Küche hantiert wurde, aber es waren weder Gäste noch Bedienungen im Restaurant selbst. Aber dann kam endlich jemand und wir durften uns natürlich setzen und wurden wie immer freundlich bedient.
Als Riesenfan des Eiersalats stand es ausser Frage, welche Vorspeise mein Freund wählen würde und so gab es wieder den Brotkorb mit Eiersalat (3,0 €). Als Hauptspeise wählte er Curryvurst mit Pommes und Salat (7,0 €). Von der Konsistenz der Curryvurst war er begeistert - und vom dem Eiersalat sowieso. Wir mussten aber staunen, dass uns der Eiersalat noch nicht so gelungen ist, wie man ihn im Kopps serviert bekommt - mein Freund schwört drauf, dass weniger (fast gar keine) Kichererbsen und nur Nudeln ran müssten... mmhh... wir werden weiter testen! Vor allem fand ich auch die selbstgeschnitzten Pommes toll.



Ich selbst entschied mich für das Zwei-Gang-Tagesmenü, bestehend aus eine Pastinakensuppe mit geröstetem Wildreis vorweg und anschließend bekam ich gebackene Soja Medaillons an Maronenstampf und gepfefferten Kirschen (8,50 €). Die Suppe war leicht süßlich und schön cremig. Und der geröstete Wildreis war im Gegensatz schön knusprig-würzig. Lecker!
Die Soja Medaillons waren saftig und gleichzeitig außen knusprig-würzig. Zusammen mit dieser genialen Kirsch-Pfeffer-Marmelade war es eine verdammt leckere Kombination. Der Maronenstampf erschien zwar auf den ersten Bissen etwas mächtig, passte aber perfekt zu den Medaillons und den Kirschen... mmmh... die Portion war viel zu schnell leer, aber ich war trotzdem satt.



Leider waren wir beide viel zu satt - denn auf der Karte stand auch eine Käsevariation mit Tomatenmarmelade (6,50 €) - und die hätte ich wirklich gern probiert - vor allem als ich erfuhr, dass der Käse sogar selbstgemacht ist. Aber so haben wir uns bereits einen weiteren Zwischenstop auf der Rückfahrt eingeplant...

Freitag, 7. September 2012

Groupie-Feeling im Kopps

Am Abend unserer Ankunft in Berlin (nach besagter Auto-Odyssee), schleppten wir (mein Freund, unsere liebe Gastgeberin - eine gaaaaaanz alte Schulfreundin von mir - und ich) uns noch ins Kopps (Am Koppenplatz in Berlin-Mitte). Und gleich, als wir dran vorbei gingen musste ich plötzlich ungewollt grinsen, denn da saß er auf der Bank: Der Vegan-Headchef himself, Björn Moschinski bei der Arbeit. So wie man den sympathischen Autodidakt aus Funk, Fernsehen und Internet kennt, lässig im Shirt und mit schwarzem Kopftuch über den Rastazöpfen.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mich mit meinen 28 Lenzen noch in solch einen Groupie verwandeln könnte... Aber er gehört ja auch zu den Promis unter den Vegan-Köchen, möchte ich zu meiner Verteidigung anmerken...

Auf jeden Fall war ich riesig gespannt, wie das "gut-bürgerliche" Essen (und natürlich auch das Restaurant selbst) sein würden. Schon beim Eintreten war ich begeistert - das Interieur des Kopps ist gemütlich-rustikal-modern eingerichtet. Klingt nach einem komischen Mix, passt aber alles wunderbar zusammen, meiner Meinung nach. Die Decke ist teilweise mit alten Schranktüren behangen, dazu schlichte, dunkle Holzmöbel und ein paar liebevolle Accessoires - eine klare Linie, die durch die Details nicht zu kalt wirkt.
Wir erhielten einen Tisch an einem der großen Fenster im hinteren Bereich des Restaurants, so dass wir das Gefühl hatten, fast draussen zu sitzen. Die Auswahl der Speisen fiel mir extrem schwer - aber zum Glück hatten wir reichlich Hunger und noch mehr Appetit mitgebracht von der langen Autofahrt.

Als Aperitif erhielten wir drei eine köstliche frisch-fruchtige Blaubeer-Bowle. Kaum hatten wir die Gerichte endlich gewählt und bestellt, kam bereits als Gruß aus der Küche ein kleiner Nudelsalat, der uns bereits sehr gut schmeckte.
Mein Freund - bekennender Fan von Eiersalat - bestellte natürlich besagtes Gericht und ich entschied mich für die gebackene Maki Rolle an Glasnudelsalat mit Wasabi-Dip als Vorspeise.
Als nächstes wurde uns eine großzügige Portion Eiersalat im Brotkorb, zusammen mit drei Tellern, serviert, so dass wir alle probieren konnten. Und was soll ich sagen - ich glaube man kann es selbst nicht glauben, bis man diesen Eiersalat wirklich gekostet hat - er sieht aus wie Eiersalat, riecht wie Eiersalat und schmeckt tatsächlich auch wie Eiersalat! Sofort war klar, dass wir dieses Gericht Zuhause auch probieren müssen.

Ich bin ja schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem veganen Kochbuch und mit dem Buch von Björn Moschinski "Vegan kochen für alle" habe ich schon geraume Zeit geliebäugelt. Vor allem, weil Moschinski eben für gut bürgerliche Hausmannskost steht und diese Küche mein Freund bevorzugt. Aber ich wollte lieber selbst seine Rezepte zunächst kosten, bevor ich mir das Buch kaufe.
Nachdem wir alle drei also nun bereits hin und weg waren von dem Nudel- sowie dem Eiersalat fragte ich sogleich die Kellnerin, als sie uns meine Vorspeise brachte, ob man das Kochbuch denn auch vor Ort kaufen könne. Dies war natürlich möglich - und, da "Herr Moschinski" sogar noch vor Ort war, könnte man das Buch sogar signiert erhalten. Da machte es bei mir plötzlich peng und danach hab ich dann ehrlich gar nichts mehr wirklich wahr genommen, bis auf den Moment, als "Herr Moschinski" plötzlich durch das Restaurant mit seinem Kochbuch unterm Arm auf unseren Tisch zu steuerte, sich zu uns setzte und lieb lächelnd fragte, ob wir das Buch kaufen wollten. Ich hob zaghaft den Finger und sagte "ich" (und ich glaub ich bin bestimmt ziemlich rot geworden). Zum Glück war meine Freundin von seinem plötzlichen Besuch ebenso überrascht wie ich selbst, so dass meine Stummheit (hoffentlich) nicht allzu auffällig war. Björn ging damit aber total lässig und freundlich um und fragte nur nach meinem Namen und schon signierte er mein Kochbuch =) Während wir noch das Rätsel über seinen Besuch versuchten zu lösen, war er auch schon wieder verschwunden und ich strahlte vor Glück, so dass mich meine Freundin erstmal umarmen musste, damit ich nicht vor Freude platze. Diese Groupies aber auch immer...

Und dann ging das Essen ja noch weiter! Auch meine stylisch auf einer Schiefertafel angerichtete Vorspeise, die gebackene Maki Rolle war köstlich. Noch warm, der Filoteig (?) aussen knusprig, der Reis innen schön samtig-weich und insgesamt süßlich gewürzt ergänzten die Wasabi Dips die Makirolle zu einem scharf-süßlichen Asia-Kuss. Dazu der würzige, lauwarme Glasnudelsalat... mmh

Meine Freundin hatte sich als Hauptgang für die gebräunten Serviettenknödel auf Rahmpfifferlingen mit dicken Bohnen entschieden und war damit scheinbar sehr zufrieden. Vor allem die knusprig-süßlichen gerösteten Zwiebeln schienen sie zu begeistern.
Nach einem kurzen Umentscheiden, wählte mein Freund die alt-Berliner Schmorgurken mit Bouletten und Kartoffelschnee und auch er genoss sichtlich sein Gericht. Anschließend meinte er, die Bouletten wären gar nicht notwendig gewesen, weil die Schmorgurken und die Kartoffeln schon so gut geschmeckt hätten...

Ich selbst bestellte die Hauptspeise aus dem Tagesmenü: Roulade mit Pfifferlingen auf sautierten Bohnen mit Süßkartoffelstampf.
Weihnachten hatte ich ja bereits ein Rezept für mit Maronen gefüllte Rouladen von Björn Moschinski erfolgreich getestet - und auch diese Rouladen überzeugten mich nochmals. (Natürlich waren sie besser als die eigenen, aber ich muss ja noch üben...)
Aber so köstlich und modern angerichtet lasse selbst ich mir Hausmannskost gerne schmecken!
Insgesamt war der Abend im Kopps ein wunderschöner - vor allem für so einen stressigen Autoproblem-Tag war es ein angenehmer Abschluss. Zu schade, dass das Kopps in Berlin steht und nicht in München... aber so gibt es neben der weltbesten Pension Berlins und dem Veganz noch einen weiteren guten (veganen) Grund für eine Reise in die Hauptstadt...

Das Kochbuch ist uns natürlich gleich am nächsten Tag noch einmal im Veganz begegnet. Und nachdem ich nun ausführlicher in meinem neuen Kochbuch geblättert und gelesen habe steht fest, dass wir in nächster Zeit wirklich sehr sehr viel kochen werden... los gehen wird's mit dem berühmt-berüchtigten Eiersalat, für den ich sogar noch einen Tipp von "Herrn Moschinski" bekam...

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