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Donnerstag, 9. August 2012

Das erste Mal... vegan auswärts und Tofukäse

Jetzt kam ich endlich dazu, Käsealternativen aus Tofu & Co. selbst herzustellen. Nach dem Cashew-Parmesan war nun körniger Frischkäse dran (früher hab ich den ziemlich oft gegessen, als eine Art Bruschetta-Unterlage...).
Den Tofukäse gab es gleich als neue Variante für den sonst üblichen Mozzarella in den abendlichen Salat (u.a. mit Rucola, Tomate, gerösteten Sonnenblumenkernen und natürlich Erdbeeren). Durch die Gewürze und den Knoblauch (ich hatte eine ganze Zehe ran gemacht, aber das war dann doch ein bisschen too much...) schmeckt der Tofukäse unglaublich würzig und die Konsistenz ist total angenehm. Dem Salat gab er eine angenehm-interessante Note und als Brotbelag war es eine wesentlich bessere Alternative als der bisherige Frischkäse.

Ich war nun auch das "erste Mal" auswärts essen als Veganer! Zum Glück in ganz lieber Begleitung - mit meinem vegetarischen Arbeitsteam (von dem ich u.a. die veganen Kochbücher bekommen hatte) - und somit war es das beste "erste Mal"-Team, das ich mir vorstellen konnte. Auf der Speisekarte vom Catwalk standen Spaghetti mit geröstetem Knoblauch, Tomaten, Rucola, Peperoncini und Olivenöl - meiner Meinung nach (und der meiner Kolleginnen) vegan und so fragte ich nicht weiter nach. Ich muss auch ehrlich sagen, dass ich ungern nachgefragt hätte, ob die Spaghetti tatsächlich vegan sind... daran muss ich mich wohl erst noch gewöhnen... Ich sagte lediglich bei der Bestellung, dass ich keinen Parmesan möchte und das wurde wie selbstverständlich aufgenommen.

Körniger Tofufrischkäse
Zutaten
- 150g Tofu (fest, natur oder mit Kräutern)
- Saft einer halben Zitrone
- 1 EL Avocadoöl (z.B. Bio Planète)
- 1/2 Knoblauchzehe
- 1/2 TL Johannisbrotkernmehl
- 1 MSP Kreuzkümmel
- Salz, Pfeffer, Chili
- frischer Basilikum

Zubereitung
Vorsichtig aus dem Tofu das Wasser raus pressen und anschließend in eine Schüssel zerkrümeln. Zitronensaft, Öl, den gepressten Knoblauch, das Johannisbrotkernmehl, den gehackten Basilikum sowie die Gewürze dazugeben und alles gut vermischen. Gut im Salat oder als Brotbelag.

Sommerlicher Salat
Zutaten
- Körner (z.B. Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne)
- Sojasoße
- Öl (z.B. Avocadoöl von Bio Planète)
- Rucola
- Gemüse (z.B. Tomate, Mais, Radieschen, Gurke)
- Obst (z.B. Himbeeren oder Erdbeeren)

Zubereitung
Die Kerne in einer Pfanne kurz anrösten und mit Sojasoße ablöschen. Das  Gemüse putzen und in die gewünschte Größe schneiden. Alles in eine Schüssel geben, mischen und mit Öl beträufeln. Abschliend den Tofufrischkäse und die gerösteten Kerne darüber streuen und (am besten auf dem Balkon) genießen.

My vegan Week. Vorbei. Vorbei?

Wow, die Woche ist extrem schnell vergangen... und was war? Keine Schwächeanfälle, keine Hungerattacken ;-) keine Ratlosigkeit ob der Frage, was ich kochen oder backen könnte. Ganz im Gegenteil - angesichts der riesigen (Rezept- und Produkt-)Auswahl, fiel mir die Wahl in dieser Woche ziemlich schwer - was sollte ich zuerst probieren? Lieber den Käse selbst herstellen oder welchen kaufen? Die Liste mit Rezepten, die ich noch ausprobieren möchte, ist lang. Und so voll war unser Kühlschrank auch schon lange nicht mehr - da sind noch so viele neue, unbekannte Produkte drin, die probiert werden möchten! Dies sind auf jeden Fall gleich zwei riesige Pluspunkte für diese Woche - so viel gekocht habe ich schon lange nicht mehr und dazu war die gesamte Woche sehr abwechslungsreich! Und darauf kommt es ja auch an - frische Zutaten, frische Zubereitung und das Ganze genießen.

Aber wie geht es jetzt weiter? Während der letzten sieben Tage habe ich (neben einigen ganz wenigen negativen Erfahrungen) hauptsächlich viele wundervolle Erfahrungen (und vielfältige Koch- und Backexperiemente) gemacht: Überraschend positive Reaktionen, liebe und motivierende Kommentare von Freunden, aber auch von Menschen, die ich bisher gar nicht kannte (und auch bis jetzt nur virtuell kenne). Dazu die vielen Menschen auf instagram, denen meine täglichen, fotografischen Berichte anscheinend auch gefallen. Und dann noch die Erkenntnis, dass ich nicht allein auf diesem Weg bin - mittlerweile weiß ich von mindestens fünf "Mitstreitern" in dieser Ertastungsphase.
Und da wurden meine ursprünglichen Bedenken, ich würde meinen Freunden und meiner Familie als Veganer zur Belastung werden, etwas geschrumpft. Und im Gegenzug wuchs die Hoffnung, dass sie mich irgendwann verstehen würden.
Wobei ich mich mittlerweile auch frage, ob ich nicht sogar diejenigen unter euch, die mich so lieb unterstützten mit Tipps und Ratschlägen, enttäuschen würde, wenn ich jetzt einfach aufhöre und so tue, als wäre nichts gewesen. Als hätte es diese Woche nie gegeben.
Ich sollte mich wohl gar nicht fragen WEN ich enttäusche oder wem ich eine Belastung darstellen würde, oder?! Viel wichtiger sollte doch sein, dass ich mich selbst nicht enttäusche, sondern das Leben lebe, das ich für richtig halte!? Wenn ich selbst glücklich bin, mit dem was ich tue und abends ins Bett gehe und ein gutes Gewissen habe, dann sollte es doch genau das Richtige sein, oder?
Und ganz ehrlich - es war zwar jetzt nur eine Woche bisher und mir fehlt auch (noch) gar nichts - weder Käse, noch Honig (und schon gar keine Milch). Es ist gar nicht so schwer darauf zu verzichten, Tieren mit meiner Lebensweise Leid zu verursachen! Am Anfang schien es schwierig, eingeschränkt und kompliziert. Und ich muss zugeben, dass es mir stark widerstrebte, die Packungsbeilagen und Inhaltsstoffe der Produkte genau zu studieren. Aber ich vermute, dass man einfach nach und nach "seine" Produkte kennt und das alles im Laufe der Zeit einfacher und routinierter wird.
Quelle: peta2.de 

Und um das zu testen - ob es leichter wird oder umständlich bleibt, ob ich mich irgendwann nach Käse oder Honig oder dem sonntäglichen Frühstücksei verzehre - geht es weiter ins nächste Level. Für das 30tägige Vegan-Probeabo von peta2 habe ich mich bereits angemeldet. Ich bin gespannt, wie es wird und freue mich auf den weiteren Weg mit euch!
In der Willkommensmail von "Carina" stand übrigens folgendes: "3. Wenn Dir Deine Augen irgendwann weh tun vom Lesen der klitzeklein gedruckten Zutatenliste auf den Produkten, sei Dir gesagt: Das geht vorbei! In Kürze wird Dein Blick den typischen Vegan-Scan entwickelt haben und Du wirst nicht mehr als wenige Momente brauchen um zu erfassen, ob kritische Substanzen im Produkt enthalten sind." - ich hoffe es!

Mittwoch, 8. August 2012

Papi, du bist schuld !

Während dieser Woche hielt mir mein Freund - der mittlerweile seit vier Wochen vegetarisch lebt - einen motivierenden und emotionalen Argumentationsmonolog, für den ich ihm sehr dankbar bin.
Kurz darauf war die Idee geboren, ihn um einen Beitrag zum (für ihn noch frischen) Thema "Vegetarismus" zu bitten. Erst zierte er sich, doch dann saß er auf einmal stumm an seinem Laptop, ließ mich nicht über die Schulter schauen... Als ich das Resultat las, hatte ich Tränen in den Augen - ein passender Abschluss für meine vegane Woche, finde ich, aber lest selbst:


Papi, du bist schuld !


Es ging ganz schnell. Kühlschrank auf, die Reste essen, nächster Einkauf, alles anders. Dass ich mich so schnell vom Fleischliebhaber zum, mich immer wieder selbst motivierenden, Nichtmehr-Fleischesser (Vegetarier hört sich für mich noch immer wie eine Straftat an oder erinnert mich an „vegetieren“) umerzogen habe, erstaunt mich zwar, meine Umwelt aber wahrscheinlich weitaus mehr.
Wenn ich zurückdenke, wie es anfing, fällt mir ein Telefongespräch mit meinem Papa ein. Wir unterhielten uns wie immer über dies und das und kamen irgendwie auf die Ausbeutung von Tieren. Ich weiß, dass er ein Tierfreund ist und ich hielt ihm plötzlich vor, dass er ja eigentlich der perfekte Vegetarier wäre, da er immer wieder betont, wie schlimm wir uns nicht nur uns Menschen, sondern vor allem den Tieren, die sich einfach nicht wehren können, gegenüber verhalten. Ich merkte, wie sehr ich für eine fleischfreie, gesunde und gleichberechtigte Lebensweise argumentierte, obwohl ich abends zuvor noch die durchaus leckere Bulette (Fleischpflanzerl), wenn auch aus’m Alnatura, verspeiste und nicht daran dachte, woher es kam und wie das gute Stück „produziert“ wurde. Abends nach dem Gespräch, wunderte ich mich. Mit mir selbst in Gedanken, spielte ich meine Möglichkeiten durch, mich weiterhin selbst zu belügen, welche Argumentationen fallen mir ein, mich einerseits so beim Zweifeln zu ertappen und andererseits als Besserwisser meinem Papa gegenüber aufzutreten.
Ich musste mich informieren, bestellte ein Buch, lass zig Seiten im Netz und mir wurde immer übler. Gut, schläfste halt mal ne Nacht drüber. Doch unterbewusst war mir klar, dass es nichts zu schlafen und nichts zu argumentieren und nichts fleischiges mehr zu essen geben würde. Der Tag des jüngsten (vegetarischen) Gerichts war gekommen :). Tja, und da bin ich nun. Probiere momentan alle möglichen neuen Sachen aus, um bewusst nicht „Ersatz“ zu schreiben. Denn Ersatz ist es nicht, denn ich möchte nicht ersetzen, sondern anders essen. Ich möchte nicht sagen: „Schade, dass es kein Schnitzel war“, sondern „Lecker, dass es so schmeckt, wie es ist“.
Ich denke mittlerweile, dass ich gar keine andere Wahl hatte. Hatte ich zwar eine Ahnung, wie arm die armen Viecher in Ihren Ställen und Gattern, Käfigen und LKW-Ladeboxen wirklich dran sind, war mir jedoch der Zusammenhang irgendwo zwischen Kühlschrank, Straße und Supermarkt abhanden gekommen. Ich kann ja eh nichts ändern. Sie werden ja trotzdem gequält und wenn sie Glück haben, sterben sie schnell. Irgendwie jedenfalls. Was wünscht sich der Mensch, wenn er stirbt? Erstens, dass er nicht alleine sterben muss, dass es nicht weh tut und, dass er wenigstens seine Familie um sich hat. Die Tiere haben nichts von alledem. Denn Kühen werden ihre Kälber kurz nach der Geburt entrissen, und während sie nachts nach ihren Kindern schreien, werden diese irgendwohin gekarrt und geschlachtet. Kinder! Ich wollte hier eigentlich gar nicht näher darauf eingehen, da es jene, die es interessiert, sowieso wissen und die anderen? Wie oft habe ich in ernsten Diskussionen die einstimmige Aussage gehört: „Wo das Fleisch hier herkommt, will man besser nicht wissen“. Auch von mir. Aber das wars jetzt. Ich will wissen, wo mein Essen herkommt. Ich will wissen, wie es sein kann, auf Quälerei und alltäglichen, unsichtbaren Wahnsinn zu verzichten. Ich will das für mich.
Und wenn ich mal gefragt werde, warum? Dann frage ich höflich zurück, warum der andere Fleisch isst? Ich bin da ganz entspannt bei, aber ich wundere mich über mich selbst. Früher fand ich es auch normal und das war es ganz, ganz früher sicher auch. Da war man eine große Tier-und-Mensch-Familie, es musste allen gut gehen, damit es allen gut geht. Aber heute müssen sich viele Vegetarierer (im besonderen auch Veganer) dafür rechtfertigen, weil Sie größtenteils aus Mitleid mit anderen Lebewesen auf das Essen eben dieser verzichten wollen. Sie verzichten die Inhaftierung, Ausbeutung und Tötung der Lebewesen, die eigentlich selbst Dinge wie Gier und vor allem Rache nie gefühlt haben. Können sich Tiere rächen? Ich würd’s lieber nicht erleben wollen. Und genauso möchte ich nicht mehr erleben, wie Schweine, Hühner, Puten und Rinder wegen mir in einem modernen KZ gehalten werden, denn nichts anderes ist es! Ein Konzentrationslager. Qual, Unwürde, Traurigkeit und Tod. Nee, tut mir leid, will ich nicht mehr, hab ich keinen Bock drauf, wird mir schlecht, könnt ich kotzen. Nur für mich! Danke Papi (und Mami auch :) ) !

Dienstag, 7. August 2012

Zusammen in der Küche... Day 6

Am vorletzten (wow!?) Tag meiner geplanten Vegan-Woche bemerkte ich, wie routiniert der morgendliche Griff zum Soyajogurt und zu den frischen Beeren bereits funktioniert - und wie ich vor allem dieses Müsli genieße! Wir haben derzeit aber auch eine reiche Beerenauswahl: Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren... ach ja und natürlich Gojibeeren! Auch für die Mittagspause auf Arbeit ist die Vorbereitung simpel - frisches Gemüse und dazu Soyafrischkäse oder Soyaschnittkäse. Am späten Nachmittag ein Schoko-Himbeer-Cupcake zum Einläuten des Feierabends und dann die Premiere: Mein Freund und ich kochten gemeinsam. Und zwar Risotto. Warum das eine Premiere war? Nun ja, es ist nicht so, dass wir nicht schon mal zusammen in der Küche standen, aber meist habe ich einfach gekocht und er hat dann den Abwasch übernommen. Dabei macht es zusammen doch so viel mehr Spaß, merkte ich. Da wir noch viel Rucola übrig hatten war ganz klar, dass er ins Risotto sollte. Dazu gesellten sich Zucchini und Kirschtomaten.
Und natürlich gehört zu einem richtigen Risotto auch Parmesan. Den machte ich aus Cashewkernen. Die Idee dafür kam aus dem Buch "Käse veganese", worin Rezepte für Sesam-, Mandel und Walnussparmesan festgehalten sind. Der Parmesan riecht sehr würzig - fast wie echter - und ist sehr salzig (vermutlich habe ich ein ganz klein wenig zu viel Meersalz hinzugetan...) und ergänzt ganz wunderbar das Risotto. Uns kam auch gleich die Idee, den Cashew-Parmesan über Blätterteig oder Chips zu streuen, um salzige Snacks zu machen... Mal schauen, was es wird!
Last but not least: Getoppt wurde das Risotto übrigens von frittierten Karotten, die mein Freund machte. Seit unserem letzten Besuch im Vegetaria wollte er das ausprobieren und zu diesem Risotto bot es sich nicht nur optisch an. Die knusprigen Karotten schmeckten süßlich-salzig - zusammen mit dem Parmesan ein echt gelungenes Risotto, muss ich sagen!


Rucola-Risotto
Zutaten (für 2 Personen)
- ca. 80g Rucola
- Olivenöl
- 200g Risottoreis
- 1 kleine rote Zwiebel
- ca. 1l Gemüsebrühe
- 1/2 kleine Zucchini
- 2-3 Kirschtomaten
- 2-3 getrocknete Tomaten
- 3-4 TL Cashew-Parmesan
- Nepetella (oder Oregano und Minze)
- Pfeffer
- 1 Karotte
- Öl zum Frittieren

Zubereitung
Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Rucola darin blanchieren. Kalt abbrausen und anschließend das Wasser herauspressen und den Rucola hacken. Etwas Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und darin die gehackten Zwiebeln, den Reis glasig dünsten. Die gestückelte Zucchini hinzugeben und kurz mit anbraten. Alles mit Gemüsebrühe ablöschen und köcheln lassen. Bei leichter Hitze das Risotto köcheln, immer wieder Gemüsebrühe nachgießen und rühren. Wenn das Risotto bissfest ist den Rucola, die gehackten Tomaten und den Cashew-Parmesan unterrühren. Mit Pfeffer und etwas Nepetella würzen.
Parallel für die Karotten Speiseöl in einem kleinen Topf erhitzen. Von der geschälten Karotte weitere Streifen abschneiden und diese im Öl frittieren und anschließend auf einem Küchentopf abtropfen lassen und das fertige Risotto damit dekorieren.

Cashew-Parmesan
Zutaten
- 30g Cashewkerne
- 20g Sesamkörner
- etwas Sojasoße
- 15g Semmelbrösel
- 15g Hefeflocken
- etwas Salz und Pfeffer

Zubereitung
Cashewkerne und Sesamkörner in einer kleinen Pfanne ohne Öl anrösten und mit Sojasoße ablöschen. Abkühlen lassen. Zusammen mit den restlichen Zutaten in eine Küchenmaschine geben und ganz fein pürieren lassen. Der Parmesan hält sich ca. zwei Wochen im Kühlschrank.

Montag, 6. August 2012

Schokobombe am Sonntag - Day 5

Nach einem gemütlichen Brunch ging es am Tag 5 ans weitere Backvorhaben - schließlich haben die Cheesecake-Cupcakes den gestrigen Abend nicht überlebt (aber so war es ja auch gedacht). Diesmal sollte es schokoladig werden mit Schoko-Himbeer-Cupcakes und Schoko-Cookie-Eiscreme.
Die Eismasse roch total nach Nutella, finde ich, und sie schmeckt auch sehr ähnlich - etwas nussig-schokoladig. Doch es müsste insgesamt etwas schokoladiger und süßer werden (findet auch mein Freund). Ich weiß nicht, ob man den nussigen Charakter durch die Soya-Produkte umgehen kann, wenn man beispielsweise Vanillemilch oder Hafermilch nimmt. Das müsste ich nochmal erproben... Welche Soya-Drink-Variante findet ihr denn am besten und warum?
Die Cupcakes finde ich im Gegensatz zur Eiscreme sehr gelungen - schön saftig und mit einem typischen, leicht-herben Geschmack nach dunkler Schokolade, der durch die frische Himbeerfüllung etwas Leichte erhält (Aber auch hier fehlt meinem Freund das schokoladig-süße...). Wieder einmal muss ich sagen, dass durch den Verzicht auf Eier beim Backen überhaupt nichts verloren geht - im Gegenteil - ich habe das Gefühl, dass durch den Jogurt, der ja den Ei-Anteil ersetzt, die Cupcakes saftiger werden.

Zum Abend gab es dann nach der Schokobombe etwas Deftiges: Gefüllte Pitataschen mit Tomaten-Thymian-Bratlingen, Hummus, Guacamole (beides Reste vom Tag zuvor, Rezepte folgen noch), Sprossen und natürlich ganz ganz viel Gemüse (Ruccola, Gurke, Tomate, Radieschen, Möhren und Mais).
DAS war endlich mal ein Gericht ganz nach dem Geschmack von meinem Freund (so zumindest seine Aussage) - abwechslungsreich und extrem sättigend.
Allerdings hatte ich gehofft, dass von den Bratlingen und dem Gemüse noch etwas übrig bleibt zum Mitnehmen in die Mittagspause, aber so musste ich mir für Montag was Neues ausdenken... :)


Schoko-Himbeer-Cupcakes
Zutaten (für 5 Cupcakes)
- 100g Mehl
- 40g Kakao
- 1 Msp Backpulver
- 1 Msp Natron
- 1 Prise Salz
- 3-4 EL Öl (Hälfte)
- 50g Zucker
- 50ml Sojamilch
- 125g Vanillejogurt
- 30g geraspelte Schokolade
- Himbeermarmelade und frische Himbeeren

Zubereitung
Den Ofen auf 175°C vorheizen und eine Muffinform mit fünf Papierförmchen auslegen. Mehl, Kakao, Backpulver, Natron und Salz in eine große Schüssel sieben. In einer kleineren Schüssel Öl, Zucker, Milch, Jogurt und Vanillezucker verrühren und anschließend rasch mit den trockenen Zutaten vermischen. Zum Schluss die geraspelte Schokolade unterrühren. Den Teig in die Förmchen füllen und je einen Teelöffel Himbeermarmelade drauf setzen. Bei Bedarf auch frische Himbeeren in den Teig drücken und die Muffins ca. 20 Minuten backen.


Schoko-Eiscreme mit Cookiedough
Zutaten (für 750ml Eis)
- 110g Mehl
- 1 Prise Salz
- 55g geschmolzene Magarine
- 210g Zucker
- 2 gestr. TL Vanillezucker
- 2 EL Milch
- nach Belieben Schokostreusel
- 250ml Schoko-Soyamilch (z.B. )
- 250ml Sojasahne (z.B. Soyatoo)
- 1,5 TL Johannisbrotkernmehl
- 100g Schokolade

Zubereitung
Für den Cookie-Teig Mehl, Salz, 110g Zucker, 1 TL Vanillezucker, 2 EL Milch und die Schokostreusel verrühren und beiseite stellen. Für die Eismasse Schokomilch und Sahne zusammen mit 1 TL Vanillezucker aufkochen und kurz abkühlen lassen. Parallel die Schokolade im Wasserbad schmelzen und ebenfalls etwas abkühlen lassen. Die Milch-Sahne-Mischung mit 100 g Zucker und Johannisbrotkernmehl schaumig schlagen. Zum Schluss die geschmolzene Schokolade unterrühren und entweder in eine Eismaschine geben oder gleich in einen Behälter für's Gefrierfach (bei letzterer Variante vorher den Keksteig stückchenweise unterrühren). Ich muss das Eis über Nacht ins Gefrierfach stellen, damit es richtig gefriert.


Gefüllte Pita-Taschen
Zutaten
- Pita-Taschen (z.B. von Herzberger)
- Bratlinge (z.B. von Bohlsener Mühle)
- Saucen (z.B. Senf, Ketchup, Hummus, Guacamole...)
- Gemüse (z.B. Tomaten, Gurke, Möhren, Mais, Radieschen, Sprossen, Paprika, Oliven...)

Zubereitung
Die Bratlinge nach Packungsanleitung zubereiten, das Gemüse waschen und schneiden und die Pita-Taschen toasten. Die Pitataschen mit allem nach Belieben füllen und dann genießen! 

Sonntag, 5. August 2012

Vegan Week(end) - Day 4

In der Blogosphäre bin ich derzeit nicht die Einzige, die das vegane Dasein testet - so hat Katharina von Miss Blueberrymuffin's zum "Vegan Weekend" ausgerufen - wie passend! Daran beteilige ich mich natürlich sehr gern! 

Das Wochenende begann mit einem gemütlichem Frühstück - Tee, frischem Saft, Brötchen und dabei genoss ich einmal mehr den Streichkäse von Tofutti (Creamy Smooth Kräuter/Schnittlauch) - getoppt mit Alfalfasprossen und testete den Kräuter-No-Muh-Chäs von der schweizer Firma Vegusto (die Schweizer müssen ja wissen, wie eine gute Käse-Alternative gemacht wird...).
Der Frischkäse ist wirklich schön cremig und schmeckt herrlich nach Kräutern - man kann ihn auch wunderbar mit Gemüse kombinieren, finde ich. Der No-Muh-Chäs ist eine Alternative für Schnittkäse und entsprechend ist auch die Konsistenz annähernd identisch wie die von "normalem" Käse (beim Schneiden sieht er doch etwas künstlich, bzw. "amerikanisch" aus). Er riecht sehr würzig und schmeckt auch so - nicht wirklich käsig (im Sinne von Gouda oder Butterkäse oder Emmentaler), aber dafür würzig-aromatisch-salzig (wie Parmesan mit ganz vielen Kräutern). Die letzte Brötchenhälfte bestrich ich mit Bio Heeni Löwenzahn (einer Honig-Alternative vom Außerperskolerhof, die aus Löwenzahnblüten und Maissirup hergestellt wird und die durch eine schonende Herstellung bei max. 35°C alle natürlichen Aromen und Vitalstoffe beinhaltet). Der Geruch ist sehr intensiv - mir fast zu intensiv - aber auf meinem Öko-Trimmi (Hofpfisterei) schmeckte der Heeni leicht aromatisch und nicht zu süß.

Nach einer ausgiebigen Yoga-Session und einer kurzen Stärkung, ging es wieder in die Küche - Cupcake-Time! Das Rezept für die veganen Cheesecake-Cupcakes ist von einem Käsekuchen-Rezept von Alicia Silverstone (die übrigens seit 14 Jahren vegan lebt und keinerlei Mangelerscheinungen oder Verzichte aufweist) abgeleitet. Sie waren ganz ehrlich gesagt, ganz anders als die original Cheesecake-Cupcakes, aber bei unserem gestrigen Spieleabend waren sie trotzdem ratzfatz weg! Dazu gab es gestern übrigens auch noch leckere Snacks - die Rezepte folgen noch! Gestern Abend hatte ich dann leider noch Migräne, aber ich schieb es auf den Wetterumschwung...

Cheesecake-Cupcakes mit Beeren
Zutaten (für 6 Cupcakes)
- 75g Margarine
- 100g Vollkornkekse
- 200g Seidentofu
- 100g Frischkäse
- 1 TL Mohnöl
- 25ml Agavendicksaft
- 25ml Sojamilch
- 1 TL Kuzu
- 1 TL Vanillezucker
- 1 TL Zitronensaft
- Beeren nach Belieben zum Dekorieren

Zubereitung
Ofen auf 170°C vorheizen und eine Muffinform mit sechs Papierförmchen ausfüllen. Die Kekse zerkleinern und die Magarine schmelzen lassen. Beides zusammen verrühren und auf die Papierförmchen verteilen. 5 Minuten im Ofen backen und anschließend abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die restlichen Zutaten fein pürieren und anschließend die Mischung auf die Keksböden verteilen. Dann ca. 30-45 Minuten backen, abkühlen lassen und mit den Beeren dekoriert servieren.

Samstag, 4. August 2012

Pizza, Eis und Radix... Day 3


Ich fange heut mal hinten an. Zum Abendbrot haben wir uns Pizza gemacht - mit dem Wilmersburger Pizzaschmelz, Wheaty Chorizo, Sonnenblumenkernen und natürlich Gemüse wie Zucchini, Karotten, Tomaten, Ruccola und Alfalfasprossen. Herrlich! Mir persönlich fehlte nichts - die Chorizo war überraschend würzig-lecker und auch mit der richten Menge war der Pizzaschmelz fast käsig.
Die Chorizo hatte ich zuvor im Ladengeschäft von Radix gekauft - es ist ein kleiner Laden, der für mich vor allem aufgrund der Kühlregal-Inhalte (auf den ersten Blick unzählige vegane Käsesorten, Tofuarten und eben ganz viele Wheaty-Produkte). Mal schauen wie es nach meiner veganen Woche weitergeht - und wie mir die bisher gekauften "Käse"-Sorten schmecken, aber wenn man sich vegan ernähren möchte, bietet dieser Laden auf jeden Fall eine gute Auswahl (ohne die obligatorischen Versandkosten - zumindest wenn man in München wohnt).

Zuvor gönnte ich mir zum Feierabend etwas von meinem selbstgemachten Erdbeer-Zitronen-Eis mit Minze. Mittags hatte ich wieder ein belegtes Brötchen dabei und zum Frühstück gab es wieder Müsli. 



Veggie-Pizza
Zutaten (für 2 Hungrige)
Pizza-Teig
- 250g Mehl
- 1/2 Pck. Trockenhefe
- 1 Prise Zucker
- 125 ml warmes Wasser
- 1 EL Olivenöl
- 1 EL getrocknete Kräuter (z.B. Oregano, Thymian)

Pizza-Belag
- 50-60g Tomatenmark
- 1 TL Trüffelöl
- Salz, Pfeffer
- Sonnenblumenkerne
- Gemüse (z.B. Zucchini, Karotte, Kirschtomaten, Mais)
- Ruccola, Alfalfasprossen

Zubereitung
Für den Teig das Mehl in eine Schüssel geben und eine Mulde darin formen. Die Hefe und den Zucker hinein tun und mit dem warmen Wasser übergießen. Zu einem Vorteig verrühren und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 15 Minuten gehen lassen. Anschließend die Kräuter und das Öl hinzugeben und mit dem Handrührgerät (Knethacken) zu einem Teig kneten und weitere 45-60 Minuten zugedeckt gehen lassen. 
In der Zwischenzeit Tomatenmark mit Öl und Salz/Pfeffer verrühren. Das Gemüse waschen und in die gewünschte Form schneiden. Den Ofen auf 180°C vorheizen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche ausrollen und auf ein Backblech mit Backpapier legen. Die Tomatenmasse darauf streichen und Sonnenblumenkerne darauf verteilen. Anschließend Pizzaschmelz darüber streuen und mit der Chorizo und dem Gemüse belegen. Bei Bedarf mit etwas weiterem Käse bestreuen und im Ofen ca. 15-20 Minuten backen. Vor dem Servieren Ruccola und Alfalfasprossen darüber streuen. 

Freitag, 3. August 2012

Day 2 - vegane Kosmetik?


Der zweite Tag verlief ähnlich wie der erste - früh gab es Müsli mit Beeren zur Stärkung und mittags hatte ich mein selbstbelegtes Veggie-Brötchen dabei, welches schon fast Burger-Qualität hatte. So kann das weitergehen :)

An diesem zweiten Tag habe ich mich etwas mehr mit dem Thema Kosmetik beschäftigt. Dass in einigen Produkten tierische Bestandteile vorhanden sind, war mir bereits bewusst, aber dass das sooo viele Kosmetika betrifft, hätte ich nicht gedacht. Früher hatte ich extra Bodyshop-Produkte gekauft, da diese Marke ja proklamiert, gegen Tierversuche zu sein (sehr löblich, allerdings nicht mehr so sicher, da die Firma 2006 von L’Oréal gekauft wurde), aber nach einiger Recherche fand ich heraus, dass trotzdem zahlreiche Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen wie Honig, Bienenwachs oder Lanolin (ein Produkt der Fettdrüsen von Schafen) angeboten werden.
Mit Schrecken stellte ich fest, dass fast die Hälfte meiner Produkte Zuhaus leider unter die Kategorie nicht-vegan fallen... Aber deswegen jetzt sofort alles wegschmeißen? In Erinnerung an "Taste the waste" ist mir dieser Gedanke etwas zuwider, muss ich gestehen... Also habe ich mir vorgenommen, die Produkte peu a peu zu ersetzen - mit Duschbad, Haarshampoo, Zahncreme und Mundspülung von Alverde bin ich bereits ausgestattet. Demnächst geht es dann statt in den Bodyshop zu Lush (oder zu Aveda?).

Heute (quasi Tag 3) möchte ich erst einmal noch ins Ladengeschäft vom Radix fahren. Bin schon ziemlich gespannt! Auf meiner Einkaufsliste steht einiges, schließlich möchte ich vieles ausprobieren am Wochenende - beispielsweise den "Cheesecake" von Alicia Silverstone...

Donnerstag, 2. August 2012

MyVeganWeek - Day 1

Wow, so einfach geht das... eigentlich war dieser Tag (fast) wie immer - und doch so unterschiedlich!
In der Früh gab es mein selbstgemixtes Müsli mit frischen Beeren, Gojibeeren und natürlich Sojajogurt. Zum Mittag hatte ich mir ein Brot geschmiert mit Kräuterfrischkäse (von dem ich übrigens auch restlos begeistert bin - aber mehr darüber dann an einem anderen Tag) und Radieschensprossen (aus dem eigenen "Anbau"). Allerdings war ich danach noch nicht so richtig satt, also kaufte ich mir ein paar saftige Pflaumen dazu.
Zum Abend kochte ich meinem Freund und mir dann ein Gratin aus Kürbisgnocchi, Frankfurter Vürstchen, Tomaten und Karotten...
Auf meinem Notizblock notierte ich heut, dass ich mir unbedingt was für den Nachmittags-Kaffee backen muss!

Gnocchi-Gratin
Zutaten (für 2 Personen)
- 400g (Kürbis-)Gnocchi
- 2 Seitan-Frankfurter
- 1 Karotte
- 2-3 EL Kürbiskerne
- 1 Knoblauchzehe
- Sojasoße
- 2 Tomaten
- 1 Handvoll Radieschensprossen
- 2-3 EL Tomatenmark
- Veganer Käse (z.B. Willemsburger Pizzaschmelz*)

Zubereitung
Die Karotte und die Knoblauchzehe schälen. Karotte und die Seitanvürstchen in Scheiben schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und den Ofen auf 160°C vorheizen. Die Vürstchen- und Karottenscheiben in der Pfanne zusammen mit den Kürbiskernen und der Knoblauchzehe rösten. In der Zwischenzeit die Tomaten und die Sprossen klein hacken. Die Pfannenmischung mit Sojasoße ablöschen und die gehackten Tomaten und Sprossen zusammen mit dem Tomatenmark unterrühren. Der Pfanneninhalt zusammen mit den Gnocchis mischen und in eine Auflaufform geben. Nach Wunsch mit "Käse" bestreuen und im Ofen backen bis die gewünschte Bräune erreicht ist.
*Der Willemsburger Pizzaschmelz schmeckt zwar nach Käse, hatte aber kein ideales Schmelzverhalten. Vielleicht hab ich auch einfach zu wenig drauf getan... ich werde es nochmal probieren.

Mittwoch, 1. August 2012

Es geht los...

Ich bin mit Honig-freiem Müsli (selbstgemixt bei mymüsli), Sojajogurt, vielem Obst und Gemüse, Tofu-Streich-Cremes bzw. "Käse", veganer Zahnpasta und vor allem veganen Koch- und Backbüchern ausgestattet und weiß, welche Backwaren bei der Hofpfisterei auf tierische Produkte verzichten (die Anzahl ist übrigens erfreulicher und erstaunlicher Weise sehr groß!). In den nächsten Tagen geht es auch noch in das Ladengeschäft von Radix, um mich mit den letzten Notwendigkeiten zu versorgen. Hier noch einmal vielen Dank an die zahlreichen Ratschläge und Tipps!

Meine Motivation ist riesig (entsprechend gibt es auch gleich ein neues, passendes Layout) und ich freue mich, jetzt endlich vegan starten zu können (wobei es schon Montagabend losging - bei so vielen veganen Produkten im Haus konnte ich einfach nicht warten... ob da Mausflaus was ahnte...?). Ich werde hier natürlich täglich berichten - vor allem über die gekauften Produkte und natürlich auch über die eigenen Vegan-Experimente in der Küche.

Wer bei instagram aktiv ist, kann zudem mein fotografisches Tagebuch dieser Woche unter den tags #myveganweek und #mucveg mitverfolgen

Freitag, 27. Juli 2012

Vegane Vorbereitungen


Dass ich von lieben Arbeitskolleginnen fleissig mit veganen Koch- und Backbüchern versorgt wurde, habe ich ja bereits angedeutet. Zusammen mit meinen beiden Büchern ("Veganguerilla" und "Vegan lecker lecker") stapeln sich derzeit insgesamt neun Inspirationsquellen für die bevorstehende Versuchswoche. Über das vegane Backbuch habe ich meine Begeisterung ja bereits geäußert - als nächstes werde ich Rosencupcakes für meine Oma veganisieren... Und in den anderen Büchern habe ich schon reichlich geblättert und gelesen. Käse werde ich machen. Und Brot backen. Und natürlich vegan kochen.

Aber das ist nicht die einzige Vorbereitung bisher - so habe ich bei alles-vegetarisch.de auch schon einiges bestellt (und bin gespannt wie veganer Käse oder "Honig" auf Mais-Löwenzahn-Basis schmeckt) und mich mit Soja-Milch reichlich ausgestattet.
Ausserdem durchstöber ich aktuell die beiden Apps von peta bzw. peta2: Vegan Start und Peta Vegan Shopping Guide. Gerade bei letzterer App bin ich dankbar für die vegane Produktliste.

Da kann doch fast nix mehr schief gehen... oder? Was gibt es sonst für Tipps? Ach ja, dass mein Müsli, das ich kaufte, Honig enthält, habe ich auch gerade entdeckt... da hätte ich wohl doch die Zutatenliste lesen müssen...

Sonntag, 22. Juli 2012

vegan oder nicht sein...

... das ist für mich die große Frage in letzter Zeit. Zwar weiß ich schon seit längerer Zeit, dass die vegetarische Ernährung nicht das Ende der Fahnenstange ist, aber irgendwie habe ich die Gedanken, den nächsten Schritt weiter in eine vegane Lebensweise zu gehen, immer wieder fallen gelassen... Mein Nachdenken darüber wurde wieder neu angeregt und regelrecht verstärkt durch Kim's zauberhaften Auftritt (und ihrem Sieg) beim perfekten Dinner - das regte mich zu weiterer Recherche an bei peta2, auf blogs und überhaupt... (vermutlich werden meine lieben Eltern, die diesen Blog auch regelmäßig verfolgen und fleissig kommentieren, jetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen und ein gutes Argument gegen eine Umstellung kommentieren...)



Claudia von Totally Veg schreibt mir regelrecht aus der Seele, als sie von ihrem langsamen Werdegang "von der Schinkenliebhaberin zur Veganerin" - denn dieses Wechselbad, welches sie scheinbar vor vier Jahren erlebte, durchlebe ich aktuell.
Ich bin Vegetarier aus Überzeugung. Nicht, weil mir Fleisch nicht schmecken würde, sondern weil ich mich gegen die Massentierhaltung und Züchtung entschieden habe und nicht möchte, dass Tiertransporte und die Verseuchung der Tiere mit Antibiotika wegen mir passiert. Ich möchte nicht ein Glied in dieser Kette sein und verzichte deswegen seit mittlerweile 15 Jahren auf Fleisch und Fisch.
Und ich fühle mich gut dabei. Ich persönlich habe kein Problem damit (mehr), in Restaurants nach Extra"würsten" zu fragen - mal ganz abgesehen davon, dass mittlerweile in fast allen Restaurants vegetarische Alternativen angeboten werden. Manchmal glaube ich, dass mein Umfeld sich da mehr Gedanken macht als ich selbst...
Wie dem auch sei, habe ich vor ein paar Jahren erschreckend feststellen müssen, dass es eigentlich beim Vegetarismus nicht aufhört (nicht aufhören sollte) - schließlich sterben auch Tiere für die Produktion von Milch, Milchprodukten und Eiern. Das war mir neu und ich stieg erst einmal ausschließlich auf Bio-Käse (natürlich mit Mikrobiellem Lab) und Bio-Eier aus dem Bio-Supermarkt um.

Und dann kamen die Blogs. Und Kim. Und so findet aktuell wieder ein Umdenken statt. Und ich habe das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.

Was für mich persönlich gegen den Umstieg auf eine vegane Lebensweise spricht, ist die Einschränkung (jetzt werden wahrscheinlich gleich ganz viele Veganer aufschreien und mich überzeugen wollen, dass vegane Ernährung keine Einschränkung bedeutet) - aber ich meine damit keine Essenseinschränkung im allgemeinen Sinn. Mir ist klar, dass man alles, ob Milch oder Käse oder Honig, irgendwie ersetzen kann mit Soja- oder Reismilch, Daiya"Käse" oder Agavendicksaft - die zahlreichen Besuche im Max Pett und in anderen veganen Restaurants machen es deutlich, dass man vegan auch regelrecht schlemmen kann (und ich weiß mittlerweile auch, wie man die fehlenden Nährstoffe ersetzt). Allerdings habe ich das Gefühl, dass man als Veganer teilweise übervorsichtig sein muss - ich möchte nicht stundenlang die Liste der Inhaltsstoffe durchlesen, bevor ich etwas kaufe (und das heißt nicht, dass ich mich gar nicht damit beschäftigen möchte - es gibt nicht nur schwarz und weiß, möchte ich zu meiner Verteidigung schon einmal anmerken).
Anyways.. die größte Einschränkung befürchte ich aber im sozialen Bereich... Ich möchte nicht mein ganzes soziales Umfeld aufs Spiel setzen - ich mag meine Freunde und sie mögen mich als (einzigen) Vegetarier (in unserer Runde). Aber würden sie mich auch als Veganer mögen und weiterhin einladen? Oder wäre ich dann eine Belastung? Und was, wenn ich meine (Groß-)Eltern besuchen fahre? Werden sie verstehen, dass mein vegan-sein überhaupt kein Mangel an meiner Zuneigung ihnen gegenüber oder gar eine Kritik an sie selbst ist? Und auch mein (immernoch fleisch-liebender) Freund reagierte leider nicht gerade unterstützend, als ich ihm das erste Mal von meinen veganen Gedanken erzählte...

Quelle: mare-versand.de
Dabei sind die Gründe für eine vegane Lebensweise ziemlich überzeugend: vegan bedeutet pro Menschenrechte, pro Umweltschutz, pro Gesundheit und last but not least pro Tier und Tierrechte.
Für mich persönlich waren dir Ursprünglichen Argumente zum Wechsel in eine vegetarische Ernährung, dass ich nicht Teil der Massentierhaltung, des Massenkonsums und der Züchtung von Tieren (und damit deren Leiden) sein möchte. Und dasselbe Argument zählt eigentlich auch für den nächsten Schritt in eine vegane Ernährungsweise.

Zwischenzeitlich spiel(t)e ich mit dem Gedanken, "indoor"-Veganer zu werden - quasi daheim vegan kochen und wenn ich mit Freunden unterwegs bin, weiterhin vegetarisch. Oder ich ersetze einfach Step-by-Step ein paar Milchprodukte wie Butter oder Jogurt mit veganen Alternativen... Aber wäre das nicht irgendwie inkonsequent? Und genau da unterstützte mich mein Freund plötzlich wieder - wenn, dann sollte ich das vegan-sein 100%ig testen und keine halben Sachen machen. Danke für diesen Hinweis! (Übrigens liest er aktuell "Du sollst nicht töten" und is(s)t seit 5 Tagen 2 Wochen vegetarisch...)

Und jetzt steht die Entscheidung fest - ich werde ab dem 1. August zunächst eine Woche vegan-sein. Punkt. Ich möchte es einfach ausprobieren, welche Auswirkungen es auf mich selbst, auf mein berufliches Umfeld und vor allem meine Freunde und Familie hat.
Jetzt kommen neue Fragen auf - wie bereite ich mich am besten vor? Was muss ich beachten? ... Für Anregungen, Tipps, Ratschläge und nicht zuletzt weitere Mitstreiter bin ich wirklich dankbar! Die vegan-Starter-App von peta habe ich mir bereits geholt... Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten! =)

Quelle: peta.de

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