Sonntag, 22. Juli 2012

vegan oder nicht sein...

... das ist für mich die große Frage in letzter Zeit. Zwar weiß ich schon seit längerer Zeit, dass die vegetarische Ernährung nicht das Ende der Fahnenstange ist, aber irgendwie habe ich die Gedanken, den nächsten Schritt weiter in eine vegane Lebensweise zu gehen, immer wieder fallen gelassen... Mein Nachdenken darüber wurde wieder neu angeregt und regelrecht verstärkt durch Kim's zauberhaften Auftritt (und ihrem Sieg) beim perfekten Dinner - das regte mich zu weiterer Recherche an bei peta2, auf blogs und überhaupt... (vermutlich werden meine lieben Eltern, die diesen Blog auch regelmäßig verfolgen und fleissig kommentieren, jetzt die Hände über den Kopf zusammenschlagen und ein gutes Argument gegen eine Umstellung kommentieren...)



Claudia von Totally Veg schreibt mir regelrecht aus der Seele, als sie von ihrem langsamen Werdegang "von der Schinkenliebhaberin zur Veganerin" - denn dieses Wechselbad, welches sie scheinbar vor vier Jahren erlebte, durchlebe ich aktuell.
Ich bin Vegetarier aus Überzeugung. Nicht, weil mir Fleisch nicht schmecken würde, sondern weil ich mich gegen die Massentierhaltung und Züchtung entschieden habe und nicht möchte, dass Tiertransporte und die Verseuchung der Tiere mit Antibiotika wegen mir passiert. Ich möchte nicht ein Glied in dieser Kette sein und verzichte deswegen seit mittlerweile 15 Jahren auf Fleisch und Fisch.
Und ich fühle mich gut dabei. Ich persönlich habe kein Problem damit (mehr), in Restaurants nach Extra"würsten" zu fragen - mal ganz abgesehen davon, dass mittlerweile in fast allen Restaurants vegetarische Alternativen angeboten werden. Manchmal glaube ich, dass mein Umfeld sich da mehr Gedanken macht als ich selbst...
Wie dem auch sei, habe ich vor ein paar Jahren erschreckend feststellen müssen, dass es eigentlich beim Vegetarismus nicht aufhört (nicht aufhören sollte) - schließlich sterben auch Tiere für die Produktion von Milch, Milchprodukten und Eiern. Das war mir neu und ich stieg erst einmal ausschließlich auf Bio-Käse (natürlich mit Mikrobiellem Lab) und Bio-Eier aus dem Bio-Supermarkt um.

Und dann kamen die Blogs. Und Kim. Und so findet aktuell wieder ein Umdenken statt. Und ich habe das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.

Was für mich persönlich gegen den Umstieg auf eine vegane Lebensweise spricht, ist die Einschränkung (jetzt werden wahrscheinlich gleich ganz viele Veganer aufschreien und mich überzeugen wollen, dass vegane Ernährung keine Einschränkung bedeutet) - aber ich meine damit keine Essenseinschränkung im allgemeinen Sinn. Mir ist klar, dass man alles, ob Milch oder Käse oder Honig, irgendwie ersetzen kann mit Soja- oder Reismilch, Daiya"Käse" oder Agavendicksaft - die zahlreichen Besuche im Max Pett und in anderen veganen Restaurants machen es deutlich, dass man vegan auch regelrecht schlemmen kann (und ich weiß mittlerweile auch, wie man die fehlenden Nährstoffe ersetzt). Allerdings habe ich das Gefühl, dass man als Veganer teilweise übervorsichtig sein muss - ich möchte nicht stundenlang die Liste der Inhaltsstoffe durchlesen, bevor ich etwas kaufe (und das heißt nicht, dass ich mich gar nicht damit beschäftigen möchte - es gibt nicht nur schwarz und weiß, möchte ich zu meiner Verteidigung schon einmal anmerken).
Anyways.. die größte Einschränkung befürchte ich aber im sozialen Bereich... Ich möchte nicht mein ganzes soziales Umfeld aufs Spiel setzen - ich mag meine Freunde und sie mögen mich als (einzigen) Vegetarier (in unserer Runde). Aber würden sie mich auch als Veganer mögen und weiterhin einladen? Oder wäre ich dann eine Belastung? Und was, wenn ich meine (Groß-)Eltern besuchen fahre? Werden sie verstehen, dass mein vegan-sein überhaupt kein Mangel an meiner Zuneigung ihnen gegenüber oder gar eine Kritik an sie selbst ist? Und auch mein (immernoch fleisch-liebender) Freund reagierte leider nicht gerade unterstützend, als ich ihm das erste Mal von meinen veganen Gedanken erzählte...

Quelle: mare-versand.de
Dabei sind die Gründe für eine vegane Lebensweise ziemlich überzeugend: vegan bedeutet pro Menschenrechte, pro Umweltschutz, pro Gesundheit und last but not least pro Tier und Tierrechte.
Für mich persönlich waren dir Ursprünglichen Argumente zum Wechsel in eine vegetarische Ernährung, dass ich nicht Teil der Massentierhaltung, des Massenkonsums und der Züchtung von Tieren (und damit deren Leiden) sein möchte. Und dasselbe Argument zählt eigentlich auch für den nächsten Schritt in eine vegane Ernährungsweise.

Zwischenzeitlich spiel(t)e ich mit dem Gedanken, "indoor"-Veganer zu werden - quasi daheim vegan kochen und wenn ich mit Freunden unterwegs bin, weiterhin vegetarisch. Oder ich ersetze einfach Step-by-Step ein paar Milchprodukte wie Butter oder Jogurt mit veganen Alternativen... Aber wäre das nicht irgendwie inkonsequent? Und genau da unterstützte mich mein Freund plötzlich wieder - wenn, dann sollte ich das vegan-sein 100%ig testen und keine halben Sachen machen. Danke für diesen Hinweis! (Übrigens liest er aktuell "Du sollst nicht töten" und is(s)t seit 5 Tagen 2 Wochen vegetarisch...)

Und jetzt steht die Entscheidung fest - ich werde ab dem 1. August zunächst eine Woche vegan-sein. Punkt. Ich möchte es einfach ausprobieren, welche Auswirkungen es auf mich selbst, auf mein berufliches Umfeld und vor allem meine Freunde und Familie hat.
Jetzt kommen neue Fragen auf - wie bereite ich mich am besten vor? Was muss ich beachten? ... Für Anregungen, Tipps, Ratschläge und nicht zuletzt weitere Mitstreiter bin ich wirklich dankbar! Die vegan-Starter-App von peta habe ich mir bereits geholt... Ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten! =)

Quelle: peta.de

Kommentare:

  1. Hallo Regina,

    dann bin ich im Moment erst auf der 1. Stufe vom Fleischesser zum Vegetaria. Zur Zeit ersetze ich Wurst durch vegeratische Aufstrich etc.

    Was mir nicht bewusst war, dass die Milchprodukte wie Johhurt und Käse ebenfalls bedeuten das Kühe Kälber bekommen um die Milchproduktion an zu kurbeln. Die Kälber werden deshalb dann wieder gesch......
    Also ess ich keinen Joghurt mehr. Bin dir also noch keine Stütze, noch nicht....

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  2. Ich kann deine Gedanken absolut nachvollziehen. Mir geht es da sehr ähnlich. Was für mich heißt, dass ich eine Halbzeit-Veganerin geworden bin. Ich versuche auf Milchprodukte zu verzichen, wenn ich kann.

    Allerdings werde ich nichts essen, was irgendwelche komischen Inhaltsstoffe hat, nur weil es Vegan ist. Das widerspricht meiner Lebensweise. Zudem habe ich eine Fructose-Intoleranz, so dass meine Lebensmittelwahl eh schon eingeschränkt ist.

    Wenn ich allerdings Milchprodukte kaufen, dann nur Bio. Das ist im Moment für mich akzeptabel.

    Glücklicherweise habe ich aber auch einen Freund, der alles isst, was ich ihm vorsetze ;-)

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  3. wow, vielen lieben dank für eure kommentare! sie sind bereits eine riesen-unterstützung in meiner entscheidungsfindung! :)

    wolfgang, als vegetarier-neuling empfehle ich dir das vegelangelo - da kann man superlecker vegetarisch schlemmen!

    bengelchen, das sehe ich genauso! mir graut es regelrecht vor manchen inhaltsangaben (vorwiegend bei amerikanischem ursprung...) bei milchprodukten versuche ich bereits, nur produkte mit dem gütesiegel demeter zu verwenden, da fühle ich mich halbwegs auf der "sicheren" seite... bisher! aber ab dem 1.8. wird es dann komplett ohne funktionieren müssen für die versuchswoche. ich glaube vorher muss ich noch viel recherchieren...

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  4. Do or do not, there is no try!

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  5. Du sprichst mir aus der Seele:) Ich habe mich quasi zur gleichen Zeit dafür entschlossen fürs erste mal eine vegane Woche einzulegen. Einfach um das ganze mal zu probieren. Mittlerweise befinde ich mich in Woche 2 und finde es wirklich super. Ich träum schon nachts davon was ich wann wo einkaufen kann um was möglichst leckeres zu kochen (an Rezepten mangelt es ja nun wirklich nicht ;) ) Aber auch mir graut noch ein bisschen davor, was mein fleischfresser, aber immerhin Vegetarierfreundliche Freund zu dem ganzen Veganergedöns sagen wird.. Viel Erfolg weiterhin

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