Freitag, 31. Oktober 2014

Diagnose: Senkfuß

Senkfuß Substantiv, maskulin - Fuß, dessen Wölbung sich gesenkt hat. (Quelle: Duden)

Mmhh. Da steh ich nun. Scheinbar mit gesenkten Füßen. Blicke auf sie hinab und verstehe es doch nicht. Schließlich geht es ja beim Yoga auch darum, starke Füße zu haben und darauf achte ich auch (zumindest wenn die Yogalehrerin uns darauf hinweist). Und ich mache ja nun doch zumindest wöchentlich Yoga. Es ist also nicht so, als würde ich 24/7 meine Füße in orthopädisch minderwertige Schuhe stecken. Und Zuhause laufe ich auch nur in Socken durch die Gegend - also quasi barfuß.
Aber damit noch nicht genug. Denn der (erste) Orthopäde ist auch der Meinung, dass mein rechtes Bein 1 cm (in Worten: EIN Zentimeter) kürzer ist als mein Linkes. Fazit? Einlagesohlen. Für beide Füße. Rechts 0,5 cm dick erst einmal. Und ist das wirklich hilfreich? Hilft nicht auch Barfußgehen gegen Senkfuß? Und was ist, wenn die Ursache nicht an meiner Beinlänge liegt sondern weil mein Becken schief steht? Danach hat der Orthopäde irgendwie gar nicht geguckt. Ich kam mir dort auch irgendwie wie in der Abfertigung vor. Deswegen habe ich mir noch eine zweite Meinung eingeholt.

Fazit: Senk-Spreizfuß. Um das Vor-Plattfuß-Syndrom komme ich wohl nicht herum. Ich habe aber auch schon gehört, dass Einlagesohlen gaaaaanz böse sind. Ich habe mir jetzt erst einmal welche machen lassen. Das war auch ein witziges Gespräch:
Verkäufer: Es gibt zwei verschiedene Beläge - so einer aus Microfasern und dann DIESES.
Ich: Ist das etwa echtes Leder?
Verkäufer: Ja! Sogar echtes Ziegenleder!
Ich: Na dann will ich die andere Variante.
Da guckte er erstmal etwas verdutzt. Scheinbar muss ich deswegen auch mehr dazu zahlen. Nun ja. Nun habe ich meine Einlagesohlen und soll ich mich erst einmal ganz langsam eingewöhnen. Als zunächst so eine halbe Stunde am Tag und später dann zwei bis drei Stunden am Tag bis Januar (ich soll sie auch nicht zum Laufen benützen). Und beim nächsten Termin im Januar muss berichten, wie es mir erging und dann sehen wir wohl weiter.


Beim ersten Mal Tragen taten mir die Füße ganz schön weh. Mein rechter Fuß hat sich dann relativ schnell dran gewöhnt, aber links tat es die ganze halbe Stunde weh. Und anschließend, als ich dann schon längst die Sohlen wieder aus den Schuhen genommen hatte, tat mein linker Ballen plötzlich auch weh. Muss das so sein? Nach dem zweiten Tag (wohlgemerkt mit wieder nur einer halben Stunde mit den Einlagesohlen) hatte ich irgendwie das Gefühl, dass mein Becken schief steht (nachdem ich die Sohlen nicht mehr trug). Irgendwie ist mir das ganze nicht so ganz geheuer... aber ich werde es weiter beobachten.

Kommentare:

  1. ich glaube senkfuß ist die meistgestellte diagnose von orthopäden. die beliebteste auf jeden fall. ist ja auch schön einfach, erstmal die schuld den füßen geben..... mir wurden seit jahren einlegesohlen verordnet. habe ich nie machen lassen. aber seit märz habe ich tatsächlich welche! ich habe eine bewegungsanalyse machen lassen (u.a. weil ich permanent verletzt war und der ursache auf den grund gehen wollte) und der typ hat mir das erste mal einleuchtende gründe nennen können, die für einlegesohlen sprachen ;-)
    ja, die dinger tun erst mal weh. aber wenn du kontinuierlich die tragedauer steigerst, dann hört das auch wieder auf. versprochen :-)
    hattest du denn probleme? oder warum bist du zum orthopäden?

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    1. Hallo em,
      danke für deine Nachricht! Ich habe auch das Gefühl, dass die Diagnose "Senkfuß" recht schnell gestellt wird - mittlerweile erfahre ich von immer mehr Menschen, dass sie das haben/hatten. Oder sitzt da die Orthopädische-Hilfsmittel-Industrie dahinter? ;-)
      Nee im Ernst, ich hatte eigentlich gar keine Probleme bzw tut mir (noch) nichts weh. Ich habe ja mit dem Laufen begonnen und wollte mir dann Laufschuhe kaufen. Dort habe ich eine Laufbandanalyse gemacht und der Verkäufer (der mir sehr kompetent erschien) riet mir dazu, zum Orthopäden zu gehen weil ich eine Überpronation beim Laufen habe und dies auf Dauer zu Schmerzen führen kann, wenn ich mein Lauftraining erhöhe (was ich ja vorhabe). Deswegen bin ich erst zum Orthopäden gegangen. Ich war früher schon mal beim Orthopäden weil ich schnell und viele Nackenschmerzen / Nackenverspannungen hatte. Aber seit ich regelmäßig Yoga praktiziere ist das besser geworden. Ich habe die Hoffnung, dass ich durch mehr Barfußlaufen und ein paar Fußübungen auch dem Senkfuß entgegen wirken kann...
      Trägst du die Einlagesohlen denn jetzt immer?
      Liebe Grüße,
      Regina

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    2. hi regina :-)
      vorsicht ist die mutter der porzellankiste (und allemal besser als nachsicht!), von daher war es vermutlich sehr vernünftig von dir, das mit der überpronation einmal vom doc (oder auch von zwei ;-) abchecken zu lassen. bei meiner bewegungsanalyse hat der knabe ja auch eine leichte überpronation festgestellt. wobei er auch betont hat, daß laufschuhverkäufer gerne schuhe mit pronationsstützen verkaufen (einfach weil es bei der videoanalyse einen "schönen" lauf macht), diese aber die überpronation der füße eben nicht so gut ausgleichen können, wie einlagen. macht ja auch sinn. das würde ja sonst bedeuten, daß alle menschen gleiche füße und gleiche fehlstellungen hätten. von daher pronationsstütze schön und gut. einlage individuell hilfreich. mich hat der typ jedenfalls überzeugt ;-) ich trage die einlagen mittlerweile (fast) immer. ein paar läufe zwischendruch laufe ich ohne. warum kann ich nicht sagen. einfach, weil mir mein gefühl das sagt.
      ich habe übrigens gerade neue laufschuhe gekauft. und der verkäufer sagte, ich solle die erstmal einlaufen. und nicht gleich 10- oder 20-kilometer-läufe mit ihnen anpeilen. wären wir wieder bei einer gewissen eingewöhnungsphase. nur mal so als gedankenanstoß....
      liebe grüße,
      sandra

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    3. Hi Sandra!
      Der Laufschuhberater hat mir tatsächlich Neutral-Schuhe empfohlen weil ich links die Überpronation habe und rechts nur ganz leicht. Er meinte auch, dass Einlagen, die auf mich abgestimmt sind, da besser sind. da scheine ich dann wohl an einen guten Berater gestoßen zu sein!? :-) Er meinte auch, dass ich am besten 2-3 Schuhe habe und die abwechselnd zum Laufen nutzen soll, damit ich die Muskeln stärker fördere. Da verstehe ich den Sinn auch dahinter, habe aber irgendwie Angst, immer ein Opfer der Industrie zu werden ;-)
      Wenn man Laufschuhe einlaufen soll, dann gilt das bestimmt auch für Einlagen... :-D
      Liebe Grüße!
      Regina

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    4. das mit den neutralschuhe finde ich ja nun mal gut. spricht tatsächlich für den verkäufer. super :-) außerdem würde ich ihm auch zustimmen, was den besitz und die benutzung mehrerer laufschuhe betrifft. das habe ich ersten nämlich schon öfter gehört und zweitens fühlt es sich in der praxis für mich auch gut an, nicht nur ein paar laufschuhe zu laufen. jetzt, wo ich die neuen einlaufe, laufe ich ja parallel noch meine alten und bin dazu tatsächlich auch noch meine ganz alten schuhe ein, zwei mal gelaufen. und mir tut das irgendwie gut. wenn ich auch nicht benennen kan, was genau mir daran gut tut.... aber dafür bin ich einfach auch nicht profi genug ;-) als opfer der industrie mußt du dich mit mehreren paaren laufschuhe nicht fühlen. immerhin läufst du sie ja entsprechend länger :-D
      jetzt will ich mir für den winter noch ein paar kaufen. mal sehen, eventuell dann auch ohne pronationsstütze. mal sehen, was mir da geraten wird.
      das mit den schuhen und dem einlaufen und den einlagen war auch genau dahingehend gemeint :-) aber wie gesagt, alles nur aus meinem gefühl heraus ohne fundiertes wissen und hintergrund....

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  2. Mir erscheint es wenig schlüssig orthopädische Hilfsmittel nur stundenweise ein zu setzen. Selbst in der Gewöhnungsphase.
    Ziel einer solchen Therapie ist es doch körperliche Differenzen aus zu gleichen und Bewegungsabläufe gezielt zu verbessern. Wie soll das bitte gehen wenn man z.B. einen Beckenschiefstand durch Einlegesohlen unter den Füßen zunächst aus gleicht, im nächsten Moment diese Körperbereiche aber wieder sich selbst überlässt?
    Die Schmerzen in der Eingewöhnung kommen meist von der ungewohnten Belastung der über Jahre fehl belasteten Muskeln, Sehnen und Bänder. hier sollte ein guter Physiotherapeut mit Rat, Tat und anatomischem Wissen zur Seite stehen.

    Mein Mann hat seit einer Rückenmarkserkrankung vor 2 Jahren eine dauerhafte Gehbehinderung. Er nutzt Einlegesohlen und Beinschienen um seine Bewegungsabläufe zu stabilisieren. Ihm wurde geraten gleich von Null auf Hundert ein zu steigen und hatte deutlich weniger Probleme als seine Reha Kollegen die zunächst auch nur stundenweise eingewöhnen sollten.

    Gute Ärzte sind leider verdammt selten geworden. Solche die sich Zeit nehmen über ein Problem längerfristig nach zu denken, als eine oberflächliche Diagnose zu lässt, leider noch viel seltener. Wir hatten fünf Spezialisten durch, bis wir eine gesicherte Diagnose hatten. Beratungen in zwei Kliniken folgten. Wobei eine Klinik auf eine Diagnose und Therapie beraten hat, welche schon im Vorfeld mehrfach deutlich ausgeschlossen wurde!

    Mein Rat wäre daher: Immer auch auf den Bauch hören. Und ruhig ein wenig Mißtrauen und auch Kritik gegenüber den Ärzten an den Tag legen. Die wissen auch nur so viel, wie sie bereit sind hin zu gucken.

    LG

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    1. Hallo Frau PhotoAuge!

      Vielen Dank für deinen ausführlichen und offenen Kommentar! Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich eine langsame Eingewöhnung besser finde oder eine schnelle. Auf den ersten Blick würde ich denken, dass sich der Körper bei einer lang(sam)en Gewöhnungsphase besser eingewöhnen kann. Wenn ich jetzt tatsächlich Schiefstellungen haben sollte, dann hat sich mein Körper ja 30 Jahre daran gewöhnt. Da finde ich es irgendwie extrem, dies innerhalb weniger Tage zu ändern. Aber wenn du schreibst, dass dein Mann damit bessere Erfahrungen gemacht hat ... mmh... Vor allem finde ich es einleuchtend, wenn du schreibst, dass man danach ja dem Körper sich selbst wieder überlässt und dies dann eventuell in einer schlechten Position... Das macht Sinn bzw spricht für eine schnellere Eingewöhnung.
      Vielleicht hätte ich noch einen dritten Orthopäden aufsuchen sollen. Nachdem mir zwei aber die Diagnose Senkfuß gegeben hatte, glaubte ich ihnen einfach mal. Bei der zweiten fühlte ich mich auch besser beraten. Sie hat sich wirklich Zeit genommen und auch meine Fragen beantwortet. Nach nun einer Woche ist es mir gestern passiert, dass ich ganz vergessen hatte, die Einlegesohlen aus den Schuhen zu nehmen.
      Ich werde dann wohl doch die Eingewöhnungsphase etwas schneller gestalten oder es von Tag zu Tag meinen Bauch entscheiden lassen...
      Danke auf jeden Fall für deinen Rat!

      Liebe Grüße,
      Regina

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  3. hi regina
    habe ich das richtig gelesen, du darfst sonntag nicht laufen?
    warum denn nicht? was ist passiert? :-(
    liebe grüße,
    sandra

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