Dienstag, 11. Dezember 2012

Offenheit & Toleranz erwünscht

Was passiert, wenn ein ehemaliger Pilot und ein Molkereibesitzer mit Lactose-Intoleranz zusammen mit zwei weiteren, vielbereisten Freunden eine Gastronomie gründen? Etwas Gutes. Und das zum Glück mitten in München.
Nachdem in letzter Zeit ein paar vegane Gastronomien schließen mussten - das Zerwirk, Das Kopfeck, das Au-Lac und zu guter Letzt das Kaede - nehme ich mit immer größerer Freude wahr, wenn neue vegane oder vegetarische Gastronomien ihre Türen öffnen. So geschah dies auch bereits Anfang November mit einem "leisen Soft-Opening", wie die Gründer des ersten deutschen Café Gratitudes es selbst nennen.
Café Gratitude, organic eatery - dahinter stehen roh-vegane kulinarische Genüsse und die vier Freunde Alexander Lasslop, Christoph Bucher, Georg Reiter (Geschäftsführer von passion4Fruit) und Michael Relja.
Christoph - der Pilot - lernte vor drei Jahren auf einer Dienstreise die Begründer des ursprünglichen Café Gratidute in Kalifornien, Terce und Mathew Engelhart kennen und genoss die rein pflanzlichen Gerichte zwischen all seinen vielen Flugstunden mit unausgewogenen Mahlzeiten so sehr, dass er den Plan entwickelte, mit seinen Freunden diese rein pflanzliche Ernährungsphilosophie nach Deutschland zu führen, den hiesigen Begebenheiten anzupassen und ihr ein deutsches Gesicht zu verleihen - so zumindest der Plan.

Gratitude - organic eatery,
München
Bei meinem ersten Besuch dort zusammen mit einer lieben Freundin wurden wir herzlich empfangen. Das Ambiente ist dank eines Innenarchitekten stylisch-chic und der Maxvorstadt/dem Studentenviertel-Klientel angepasst. Grau-clean gehaltenes, minimales Decór, sanfte Beleuchtung und die wichtigste Frage zentral: "What are you grateful for?" Die Gäste sollen im Mittelpunkt stehen, deswegen auch das offene Raumkonzept mit den flexiblen Sitzmöglichkeiten. Hört sich gut an und sieht gut aus, einziger Wermutstropfen - die kleinen Hocker laden irgendwie nicht zum stundenlangen Schwatzen ein. Das lag vielleicht aber auch an meiner anbahnenden Erkältung. Wir haben uns auf jeden Fall dort wohl gefühlt. Die Bedienung - sie könnte auch direkt aus San Fransisco stammen - war herzlich und freundlich, erklärte alles und beantwortete alle Fragen.
Auch das Gespräch mit Alex (Gesellschafter, zuletzt bei Voltis und mydays) war hilfreich - sehr offen und ehrlich berichtete er über ihre Pläne und Hoffnungen. Die Gründer selbst ernähren sich "gemischt" - teilweise vegan, teils vegetarisch, teils wird versucht, die tierischen Bestandteile zu reduzieren. Ob das so hilfreich sein kann, ein roh-veganes Café zu führen, dachte ich mir? Aber dann kam mir der Gedanke, dass so auch jede Ernährungsweise - ob vegan, omnivor oder lactose-frei - verstanden und dort offen empfangen wird. Stichwort "Offenheit" und Toleranz - diese beiden Voraussetzungen erhoffen sich die Gründer von ihren Gästen, so Alex. Ich denke mitten im Herzen von Schwabing sind sie da genau richtig platziert. Und ich hoffe, dass sowohl die Gäste, als auch die Blogosphäre mit Offenheit das Gratitude besuchen - ich werde auf jeden Fall noch einmal hingehen, denn die roh-veganen Kuchen (Schoko und Apfel) waren der Hammer!

Und die Beschreibungen zu "I am curaguous" sowie "I am fulfilled" klingen köstlich - aber nicht nur die... mmh...

Das Gratitude ist bereits jetzt täglich geöffnet (Mo-Sa 11-22 Uhr, So 10-16 Uhr) und bietet warme und kalte Speisen, rohen Kuchen und ein tägliches Mittagsgericht.
Eine offizielle Eröffnungsparty wird es wohl im Januar geben, aber ein genaues Datum steht noch nicht fest.

Montag, 10. Dezember 2012

Anti-Erkältungssmoothie

Ich ahne es. Meine Nase läuft. Ich muss häufig niesen. Und mir ist meist irgendwie kalt... da bahnt sich scheinbar eine Erkältung an - kein Wunder bei diesem Schneeregenwetter. Bäh...
Aber um dem entgegenzuwirken, versuchte ich mir mit einem Smoothie am Morgen einzuheizen. Dazu gehören natürlich Goji-Beeren, die ja bekanntlich Immunbooster sind mit ihren hohen Gehalt an Carotinoiden, B-Vitaminen und Eisen. Dazu sprangen (ganz freiwillig) zwei Vitamin-C-Bomben-Kiwis in den Mixer. Mit dazu steckte ich auch die Hälfte einer Kiwano. Kiwanowas? Ja genau, das dachte ich auch, als ich diese stachelige Frucht das erste Mal in einem Stand vom St. Michaelshof sah. Die Kiwano (auch bekannt als Horngurke oder Hornmelone) läuft dort unter dem Spitznamen "Managerfrucht" weil sie einen sehr hohen Gehalt an Kalium und Magnesium vorweisen und dazu noch ganz viel Vitamin C - somit sind sie vitalisieren und ein regelrecht Power-Vitamin-Mineralstoff-Spurenelemente-Paket.


Anti-Erkältungssmoothie
Zutaten (für 1,5 Smoothies)
- 1 Banane
- 2 Kiwis
- 1/2 Kiwano
- 5 EL Granatapfelkerne
- 1 Handvoll Grünkohl
- 1 Tasse Kokos-Reis-Milch
- 1 EL Haferflocken (schmelzend)
- 1 EL Goji-Beeren
- 1 EL Leinsamen
- 1 EL Mandeln
- 1 gehäufter TL Gerstengras
- 2 El Ingwersaft
- 2 El Acerolasaft
- 1 Spritzer Agavensirup

Zubereitung
Banane und Kiwi schälen. Die Hälfte der Kiwano entkernen und die grünen Kerne zusammen mit den restlichen Zutaten in den Mixer geben.


Dienstag, 4. Dezember 2012

Käsespätzle mit Roulade - der erste Versuch

Nachdem ich so begeistert von den Käsespätzle im Max Pett war und nachdem ich endlich auch mal die bestellten Rosmarin-Rouladen von Wheaty ausprobieren wollte, stellte ich mich neulich abends an den heimischen Herd und überlegte, wie das nun anstellen?
Ich recherchierte ein bisschen im Netz und fand diese selbstgemachten Käsespätzle bei Sarah von veganguerilla, bei denen "nur" Pizzaschmelz dazu gegeben wird und jene Spätzle mit selbstgemachter Käsesoße bei Juli vom wunderschönen blog foodsandeverything - das musste doch irgendwie mit den von mir bestellten Spätzle kombinierbar sein, dachte ich dann...  Also rührte ich den Mozzarella-Streukäse mit etwas Sojasahne, Shiro Miso, Hefeflocken, Salz, Pfeffer, Zwiebelpulver und Trüffelöl an und mischte das Ganze mit den Spätzle und schob es für 15 Minuten in den Backofen.
Heraus kamen würzig-cremige Käsespätzle, die ich mit frischem Salat und gebratener Roulade ergänzte.


Die Rouladen wurden in etwas Olivenöl angebraten und boten anschließend einen saftig-faserigen Biss. Echt krass, wie die schmecken! Ich hatte ja schon einiges an Lob über diese Rouladen gelesen - "Mediterraner Genuss" steht bei alles-vegetarisch, "Fleischalternative auf Gourmet-Niveau" bei unverbissen-vegetarisch... und so geht es weiter. Klar, dass da die Erwartungen hoch sind! Und überraschender Weise werden sie tatsächlich erfüllt - die Roulade lässt sich gut schneiden, ohne dabei wabbelig oder zu hart zu sein. Sie ist richtig bissfest, ohne dabei Schuhsohlencharakter zu haben und hat einen aromatisch-würzigen Geschmack, der sich bestimmt toll mit diversen Füllungen ergänzen lässt... Die Roulade und die Käsespätzle werde ich also noch ein paar Mal testen und weiter variieren!
Insgesamt war alles zwar lecker, aber insbesondere die Käsespätzle überzeugten mich noch nicht ganz - vor allem mit Rückblick auf das Dinner im Max Pett...

Käsespätzle mit Salat und Roulade 
Zutaten (für 2 Hungrige)
- 250g Spätzle (z.B. die hier)
- 100g Streukäse (z.B. der hier)
- 3-4 EL Sojasahne
- 1 EL Shiro Miso
- Salz, Pfeffer
- 1 TL Zwiebelpulver
- 1 TL Trüffelöl
- 1 Packung Roulade (z.B. die hier)
- 2-3 EL Olivenöl
- 1 Handvoll Feldsalat
- 2 Tomaten
- 1/4 Gurke
- 1 Karotte
- 1 Saftorange
- Kürbiskernöl
- 3-4 EL Kürbiskerne
- 2-3 EL Sojasoße
- 1 TL Zitronenpfeffer, Salz

Zubereitung
Den Ofen auf 170°C vorheizen. Streukäse mit Sojasahne, Shiro Miso, Salz, Pfeffer, Zwiebelpulver und Trüffelöl verrühren. Die Spätzle ebenfalls damit vermischen und in eine Auflaufform geben. Im Ofen ca. 15-20 Minuten backen. In der Zwischenzeit die Rouladen in einer Pfanne in Öl anbraten und den Salat zubereiten. Hierfür Feldsalat waschen, Gemüse klein schneiden und die Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Öl anbraten. Mit Sojasoße ablöschen und zum Gemüse geben. Die Orange filetieren und mit dem aufgefangenen Saft ebenfalls zum Salat geben. Mit Salz, Zitronenpfeffer und Kürbiskernöl abschmecken. Alles zusammen servieren und ggf. mit Sprossen dekorieren.

Sonntag, 2. Dezember 2012

Kokos-Ingwer-Smoothie

Bei diesem Smoothie war ich zunächst skeptisch, als ich das Rezept auf dem Blog For the Love of Food las - getrocknete Kokoschips sollten hinein... und dann auch noch Banane. Aber auch Ingwer. Und weil ich einen Smoothie mit Ingwer wollte, sollte es dieser werden.
Ich war echt überrascht, wie frisch dieser Smoothie schmeckte - mit einer leichten, nicht zu süßen Kokosnote und einer gewissen Schärfe durch den Ingwer.

Kokos-Ingwer-Smoothie
Zutaten (für 1 Smoothie)
- 3-4 El getrocknete Kokoschips (je nach Gusto gern auch mehr oder weniger!)
- 1 Banane
- 1 Clementine
- 1 Kiwi
- 1 EL Sojaeiweiß
- 230 ml Kokoswasser
- 1 Stück frischer Ingwer

Zubereitung
Obst und Ingwer schälen und alle Zutaten in den Mixer geben. Mixen und bei Bedarf mit Kokoschips bestreut genießen.


Samstag, 1. Dezember 2012

Alles neu macht der ... Dezember

Im Dezember gibt es gleich drei vegane Neueröffnungen hier in München! Wohoo!

Boonian - Der vegane Stand eröffnet am 1. Dezember in der Schrannenhalle und will damit beweisen, dass die Schranne auch vegan kann. Zuerst soll ein kleines, mit der Zeit aber immer größeres rein pflanzliches Angebot zur Auswahl stehen - hausgemachte Eintöpfe, Sandwiches, Salate sowie Soja- und Seitanprodukte und vegane Saucen, Dips und Chutneys - alles auch zum mitnehmen. Nach dem veganen Restaurant Zerwirk ist dies das neue Projekt von Michi Kern (Besitzer des Pacha, Yoga-Lehrer und Co-Herausgeber des deutschen Yoga Journals...) und ich freue mich schon darauf, es auszuprobieren - go boonian!

Gratitude - Das wohl bekannteste vegane Rohkost-Café Kaliforniens kommt nach München! Am 8. Dezember feiert das Café Gratitude Eröffnung in der Türkenstraße 55. Die vier Gründer sagen über sich selbst, dass sie "leidenschaftlich, neugierig und offen" die Welt bereisen und dabei das Original in Kalifornien entdeckten und eben nun nach Deutschland holen wollen. In der "Organic Eatery" soll es vor allem "rein pflanzlich und verführerisch schmackhaft" werden - ich bin gespannt!

Dear Goods #2 - Nach dem neu eröffneten Store in Berlin (beim veganz in der Schivelbeiner Straße 35) im Oktober, wächst das Team um die Dear Goods-Gründer am 1. Dezember ein weiteres Mal: Hier in München wird ein zweites Dear Goods seine Pforten mit Animal-, Human- und Ecofriendly Produkten öffnen. Neben dem Hauptstore in der Baldestraße 13 werden ab heute auch in der Baaderstrasse 65 (direkt an der U-Bahn Haltestelle Fraunhoferstraße) vegane (und fairtrade) Klamotten, Accessoires, Taschen, Schuhe und weitere Lifestyleprodukte wie Kochbücher, Düfte etc. verkauft. Shoppingalarm!

Das sind doch mal richtig gute Eröffnungen für den Abschluss diesen Jahres, die gleichzeitig auch positive Aussichten auf 2013 geben! Das Vegetaria (ursprünglich in Pähl) müsste ja hoffentlich auch bald seine Türen in München neu eröffnen...
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