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Samstag, 17. Januar 2015

Oh so yummy sushi vegan

Ich zäume das Pferd mal von hinten auf und beginne mit dem aktuellsten - unserem veganen Sushi-Abend an meinem Geburtstag! Eigentlich wollten wir ja lecker essen gehen, aber nach einem tollen Partywochenende im Ruhrgebiet und dem Fanta4-Konzert am Dienstag, wollten wir den Montag zwischen diesen beiden Events gemütlich gestalten. Zumindest war das der Plan…

Ich stiefelte also nach der Arbeit ins Reformhaus und deckte mich mit Asia-Zubehör von Arche (Sushireis, Reisessig, Wasabipaste), einiges an frischem Gemüse und Misosuppe ein. Dann ging es weiter zum Asiamarkt, wo ich dann noch Noriblätter, Reiswein, Sojasauce, Pak Choy und Reiscracker kaufte.
Zuhause angekommen wurde dann auch gleich losgelegt. Zu allererst wurde der Sushireis in unserem kleinen, pinken Reiskocher aufgesetzt. Dann wurde etwas Gemüse für die Miso-Suppe geschnipselt und auf zwei Schüsseln verteilt. Und anschließend wurden die fünf verschiedenen veganen Füllungen zubereitet und, nachdem der Reis abgekühlt war, gerollt:

  • Karotte-Gurke-Maki
  • Maki mit eingelegtem Spinat
  • Pilz-Maki
  • Rote-Beete-Maki
  • Mango-Maki
Das ganze klingt jetzt schneller als tatsächlich gemacht, denn dank lieber Anrufer hat sich alles etwas immer wieder verzögert… So haben wir beispielsweise erst die Misosuppe gegessen und während dessen kühlte der Sushireis auf dem Balkon ab. Nach unserem "Zwischengang" mit Reiscrackern rollten wir dann die Makis und genossen dann unsere vegane Sushi-Platte.


Miso-Suppe
Zutaten (für 2 Personen)
- 2 Pilze
- 1/2 Karotte
- 1 kleine Pak Choy
- Misosuppe (Pulver, zB. das hier)
- etwas Öl

Zubereitung
Die Pilze putzen und in dünne Scheiben schneiden. Mit etwas Öl in einer Pfanne kurz anbraten. Die Karotte schälen und in dünne Stifte schneiden. Den Pak Choy verkleinern. Das Gemüse auf zwei Schüsseln gleichmäßig verteilen und mit der aufgebrühten Misosuppe (nach Packungsanleitung zubereiten) übergießen und servieren.

Sushi-Rolls, vegan

Zutaten (für 2 Hungrige)
Sushireis
- 2 Tassen Sushireis (zB den hier)
- Sushiessig (zB den hier)
- Zucker

Füllungen
- 1/2 Karotte
- 1 Stück Gurke (ca. 10-15 cm lang)
- 4-5 Pilze
- 1 EL Bärlauchaufstrich (zB von Zwergenwiese)
- 1 handvoll Salatblätter (zB Feldsalat oder Rucola)
- 1/2 Rote Beete-Knolle (vorgekocht)
- 1 EL Rote-Beete-Meerretich-Aufstrich
- 1/2 Mango
- 1 Handvoll gehackten Spinat
- 1 EL Tahin
- 3-4 Cashewnüsse, gehackt
- Wasabipaste (zB die hier)
- Nori-Blätter (zB die hier)

Zubereitung
Sushi-Reis nach Packungsanleitung zubereiten. Wir haben ihn im Reiskocher zubereitet - hier gibt es dafür eine gute Anleitung.).
Für die Füllungen die Karotten und Gurke in dünne Stifte schneiden und beiseite legen. Die Pilze klein würfeln und in etwas Öl in einer Pfanne anbraten. Dann mit dem Bärlauchaufstrich vermengen und ebenfalls beiseite stellen. Die Rote Beete und Mango ebenfalls jeweils in Stifte schneiden. Den gehackten Spinat in etwas Wasser in einer kleinen Pfanne dünsten und mit dem Tahin vermengen, dann die gehackten Cashews darunter mischen.

Für die Füllungen haben wir dann einfach das Gemüse auf den Sushi-Reis gelegt. Bei der Rote-Beete-Füllung habe ich zuerst einen Streifen mit dem Rote Beete Meerrettich-Aufstrich auf den Reis gegeben und anschließend noch Salatblätter dazu gegeben. Auch die Pilz- und Mango-Füllungen bekamen jeweils etwas Salat dazu.


Und hier unsere veganen Makis mal in der Nahaufnahme:



Wie man die Maki's rollt, kann man in diesem Video sehr schön sehen:



Wir müssen das Rollen noch ein bisschen üben, damit die Makis nicht so groß werden das nächste Mal. Ansonsten fanden wir es aber super und werden uns irgendwann noch einmal die Mühen machen… Vor allem ist es auch ein super Gericht, von welchem man extra mehr machen kann, um es am nächsten Tag mit zur Arbeit oder in die Uni zu nehmen.

Sonntag, 24. Februar 2013

Thailand trifft Italien

Wochenende ist Pizzazeit bei uns - aber dieses Mal wollte ich eine Pizza aus meinem neuen Kochboch "Vegan Junk Food" ( ) machen. Ich konnte meinen Freund überreden, die Thai-Pizza (etwas abgewandelt) zu testen. Herausgekommen ist eine Asia-Italo-Fusion-Pizza (wie sie wahrscheinlich in einem modernen Restaurant betitelt werden würde) - aber im Endeffekt war es ein knuspriger Pizzaboden, bestrichen mit einer erdnussig-scharfen Creme und belegt mit mariniertem Tempeh, Mais, Zwiebeln, Sprossen und veganem Käse. Meinem Freund fehlte noch etwas "Knackiges", aber ich war mit der Pizza total zufrieden (wie auch sonst bei meinem aktuellen Erdnuss-Verlangen *g*) - fast ein Mix aus unserem geliebten Pad Thai und Pizza eben. Mmh, vielleicht sollte ich die Pizza das nächste Mal noch mit Reisnudeln belegen...?


Thai-Pizza
Zutaten (für 2) 
Teig
- 1,5 Tassen Mehl
- 1 Pck. Trockenhefe
- 0,5 Tasse warmes Wasser
- 1,5 EL Olivenöl
- 1 Prise Salz

Belag/Sauce
- 3 EL Erdnussmus
- 3 EL Limettensaft
- Chili
- 2 EL Agavensirup
- 1 EL Apfelessig
- 6 EL Sojasauce
- Schnittlauch
- 200g Tempeh
- 1 Karotte
- 1-2 EL Mais
- 1/4 Zwiebel (oder besser Frühlingszwiebeln)
- veganer Käse (wir hatten Soyatoo Volcano)
- Sprossen

Zubereitung
Für den Teig die Zutaten verkneten und an einem warmen Ort 90 Minuten gehen lassen. In der Zwischenzeit für die Marinade Erdnussmus, Limettensaft, Chili (je nach gewünschtem Schärfegrad), Agavensirup, Apfelessig und Sojasauce verrühren. Schnittlauch klein schneiden und unterrühren. In die Hälfte den gewürfelten Tempeh geben und alles schön verrühren, so dass der Tempeh ganz mit Marinade bedeckt ist. Die Karotte und Zwiebel schälen und in Scheiben schneiden.
Den Pizzateig ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Den Ofen auf 220°C vorheizen. Die zweite Hälfte der Sauce auf dem Pizzateig verstreichen. Dann Tempeh, Karotten, Zwiebeln und Mais darauf verteilen. Obenauf Käse und ab in den Ofen für ca. 20-25 Minuten.

Mittwoch, 21. November 2012

Diese Woche wieder: Vegan Wednesday #16

Letzte Woche fiel mein Posting zum Vegan Wednesday leider aus - es war schwer genug, sich auf der Messe überhaupt zu versorgen und dann auch noch vegan... fällt es euch auch so schwer, vegan zu sein unterwegs??? Habt ihr Tipps und Tricks? Ich selbst hatte ein paar Riegel dabei und Wheaty-Vürstchen als Notration. Aber das war letzte Woche! Und heute ist ein neuer Vegan Wednesday - mittlerweile no. 16 von Carola, Cara und Julia! Für diesen Vegan Wednesday sammelt Carola von Twoodledrum eure Beiträge.

Mein Tag begann mit einer Vitamin-C-Ration in Form meines "special Vegan Wednesday Smoothie" (den ich mir schon am Tag zuvor mixte und morgens dann nur noch aus dem Kühlschrank holen musste! Mittags gab's dann ne belegte Semmel mit selbstgemachten Red Hummus (den man übrigens auch ganz lecker als Nacho-Dip nehmen kann! Das Rezept folgt), zwischendurch ganz ganz viele (zu viele) Bemmchen, die ich ja neulich im Bio-Supermarkt entdeckt habe... irgendwann war die Tüte leer und mein Bauch rappelvoll, aber sie sind sooo lecker! ;-)

Am Abend sollte es relativ schnell gehen und da noch ein halber Hokkaido-Kürbis auf seine Verwertung wartete, entstand daraus im Zusammenspiel mit Tofu und ner Karotte ein Kürbis-Karotten-Curry.


Vegan-Wednesday-Smoothie
Zutaten (für 2 Smoothies)
- 1 Banane
- 1 Birne
- 1 Orange
- 4-5 Blätter Grünkohl
- frische Beeren
- 3 EL Goji-Beeren
- 1 EL Kürbiskerne
- 1 TL Leinsamen
- 1 TL Sojaeiweiß
- 1 TL Matcha
- 3 EL Acai-Saft
- 1 Glas Wasser

Zubereitung
Banane und Orange schälen und mit den restlichen Zutaten in den Mixer stopfen (dieses Mal war der ganz schön voll...). Dann natürlich ordentlich mixen (lassen) und die Vitamin-C-Zufuhr genießen.

Kürbis-Karotten-Curry
Zutaten (2 Personen)
- 1/2 Hokkaido
- 1 große Karotte
- 1/2 kleine Zwiebel
- 125g Tofu
- 200ml Kokosmilch
- Cashewkerne
- Kokoschips
- Sprossen

Zubereitung
Den Hokkaido in Mundgerechte Stücke schneiden, die Karotte in Scheiben. Beides in etwas Öl in einem Topf kurz anschmoren, mit Weißwein ablöschen und anschließend mit Kokosmilch und bei Bedarf etwas Wasser ca. 10-15 Minuten (je nach Größe der Stücke und gewünschter Bissfestigkeit) köcheln lassen. Parallel den Tofu würfeln und die Zwiebel klein hacken. Das Curry mit Salz, Pfeffer, Kardamon und x würzen. In einer Pfanne etwas Öl erhitzen, Tofu und Zwiebel darin anbraten. Vor dem Servieren Tofu zum Curry geben und abschließend mit Cashewkernen (gerne geröstet),  Kokoschips und Sprossen (oder Kürbiskernen) bestreut, servieren.

Montag, 22. Oktober 2012

Taan hâi a-ròi! aka. Mal wieder Pad Thai

Wenn es mal richtig schnell gehen soll, fällt mir meist Pad Thai als erstes ein - nach gefühlte 100maliger Zubereitung sind wir zwar immer noch weit davon entfernt, Experten bei der Zubereitung dieser schwierigen Reisnudeln zu sein, aber es wird von mal zu mal besser, habe ich das Gefühl.
Und dieses Mal war es wieder ein solches Stück besser (vielleicht lag es auch daran, dass ich nur die Zutaten vorbereitet habe und dann ein anderer Koch sein Glück mit dem Schwenken und Mischen im Wok probierte...).
Auf jeden Fall genossen wir zum Pad Thai, welches wir übrigens mit Zucchini und Karotten aufbauschten, einen fruchtig-süß-scharfen Karottensalat, den man super vorbereiten und dann einfach im Kühlschrank ziehen lassen konnte.



Karottensalat
Zutaten (für 4 Personen)
- 2-3 große Karotten
- 1 große Knoblauchzehe
- 1-2 Chilis (Birds Eye)
- 1 mittelgroße Tomate
- 2 EL Sojasoße
- 2 EL Limettensaft
- 1 EL Agavendicksaft
- 2 EL Cashewkerne
- Feldsalat
- Kürbiskernöl

Zubereitung
Die Karotten schälen, waschen und raspeln. Den Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden. Die Tomate würfeln. Die Cashewkerne in einer Pfanne ohne Öl rösten, anschließend hacken und beiseite stellen. Die Chili mit dem Knoblauch in einem Mörser zerreiben / zerstampfen. Dann die gehackten Nüsse hinzugeben und ebenfalls versuchen zu zerreiben. Anschließend Limettensaft, Sojasoße und Agavendicksaft ebenfalls unterrühren, bis sich alles gut vermischt hat. Die Masse zu den geraspelten Karotten und der gewürfelten Tomate geben, alles verrühren und ziehen lassen.
Wir haben das ganze auf Feldsalat, der mit etwas Kürbiskernöl beträufelt wurde, angerichtet.

Pad Thai
Zutaten (für 4 Personen)
- 500g Reisnudeln
- 1 kleine Zucchini
- 1 große Karotte
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 1 Knoblauchzehe
- ca. 300g Tofu (wir haben 200g Erdnuss-Tofu und ca. 125g Naturtofu genutzt)
- Mungbohnensprossen
- ca. 100g Cashewkerne
- 10 EL Sojasoße
- 5 EL Limettensaft
- 1 EL Agavendicksaft
- Chiliflocken
- Öl (sollte kurz erhitzbar sein, also Woköl oder Avocadoöl)

Zubereitung
Das Gemüse waschen und in Stifte, die Frühlingszwiebeln in grobe Ringe schneiden. Den Knoblauch schälen. Den Tofu mit Küchenpapier umhüllen und vorsichtig ausdrücken, anschließend in 1x1cm große Würfel schneiden. Sojasoße, Limettensaft und Agavendicksaft verrühren, Chilis bei Bedarf hinzu geben. Die Reisnudeln mit kochendem Wasser übergießen und ca. 5-10 Minuten (je nach Packungsanleitung) ziehen lassen, anschließend abtropfen lassen. Die Cashewkerne in der Zwischenzeit im Wok rösten, anschließend hacken. Öl im Wok erhitzen. Tofu, Zucchini und Karotten darin anbraten. Dann Knoblauch hinzu pressen und die Frühlingszwiebeln sowie die Sprossen dazu geben. Ebenfalls kurz anbraten. Dann die Reisnudeln hinzugeben und mit der Soja-Mischung übergießen. Schnell rühren und alle Zutaten gut vermischen. Zum Schluss die gehackten Cashewkerne unterheben und alles zusammen servieren.

Freitag, 7. September 2012

Groupie-Feeling im Kopps

Am Abend unserer Ankunft in Berlin (nach besagter Auto-Odyssee), schleppten wir (mein Freund, unsere liebe Gastgeberin - eine gaaaaaanz alte Schulfreundin von mir - und ich) uns noch ins Kopps (Am Koppenplatz in Berlin-Mitte). Und gleich, als wir dran vorbei gingen musste ich plötzlich ungewollt grinsen, denn da saß er auf der Bank: Der Vegan-Headchef himself, Björn Moschinski bei der Arbeit. So wie man den sympathischen Autodidakt aus Funk, Fernsehen und Internet kennt, lässig im Shirt und mit schwarzem Kopftuch über den Rastazöpfen.
Ich hätte echt nicht gedacht, dass ich mich mit meinen 28 Lenzen noch in solch einen Groupie verwandeln könnte... Aber er gehört ja auch zu den Promis unter den Vegan-Köchen, möchte ich zu meiner Verteidigung anmerken...

Auf jeden Fall war ich riesig gespannt, wie das "gut-bürgerliche" Essen (und natürlich auch das Restaurant selbst) sein würden. Schon beim Eintreten war ich begeistert - das Interieur des Kopps ist gemütlich-rustikal-modern eingerichtet. Klingt nach einem komischen Mix, passt aber alles wunderbar zusammen, meiner Meinung nach. Die Decke ist teilweise mit alten Schranktüren behangen, dazu schlichte, dunkle Holzmöbel und ein paar liebevolle Accessoires - eine klare Linie, die durch die Details nicht zu kalt wirkt.
Wir erhielten einen Tisch an einem der großen Fenster im hinteren Bereich des Restaurants, so dass wir das Gefühl hatten, fast draussen zu sitzen. Die Auswahl der Speisen fiel mir extrem schwer - aber zum Glück hatten wir reichlich Hunger und noch mehr Appetit mitgebracht von der langen Autofahrt.

Als Aperitif erhielten wir drei eine köstliche frisch-fruchtige Blaubeer-Bowle. Kaum hatten wir die Gerichte endlich gewählt und bestellt, kam bereits als Gruß aus der Küche ein kleiner Nudelsalat, der uns bereits sehr gut schmeckte.
Mein Freund - bekennender Fan von Eiersalat - bestellte natürlich besagtes Gericht und ich entschied mich für die gebackene Maki Rolle an Glasnudelsalat mit Wasabi-Dip als Vorspeise.
Als nächstes wurde uns eine großzügige Portion Eiersalat im Brotkorb, zusammen mit drei Tellern, serviert, so dass wir alle probieren konnten. Und was soll ich sagen - ich glaube man kann es selbst nicht glauben, bis man diesen Eiersalat wirklich gekostet hat - er sieht aus wie Eiersalat, riecht wie Eiersalat und schmeckt tatsächlich auch wie Eiersalat! Sofort war klar, dass wir dieses Gericht Zuhause auch probieren müssen.

Ich bin ja schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem veganen Kochbuch und mit dem Buch von Björn Moschinski "Vegan kochen für alle" habe ich schon geraume Zeit geliebäugelt. Vor allem, weil Moschinski eben für gut bürgerliche Hausmannskost steht und diese Küche mein Freund bevorzugt. Aber ich wollte lieber selbst seine Rezepte zunächst kosten, bevor ich mir das Buch kaufe.
Nachdem wir alle drei also nun bereits hin und weg waren von dem Nudel- sowie dem Eiersalat fragte ich sogleich die Kellnerin, als sie uns meine Vorspeise brachte, ob man das Kochbuch denn auch vor Ort kaufen könne. Dies war natürlich möglich - und, da "Herr Moschinski" sogar noch vor Ort war, könnte man das Buch sogar signiert erhalten. Da machte es bei mir plötzlich peng und danach hab ich dann ehrlich gar nichts mehr wirklich wahr genommen, bis auf den Moment, als "Herr Moschinski" plötzlich durch das Restaurant mit seinem Kochbuch unterm Arm auf unseren Tisch zu steuerte, sich zu uns setzte und lieb lächelnd fragte, ob wir das Buch kaufen wollten. Ich hob zaghaft den Finger und sagte "ich" (und ich glaub ich bin bestimmt ziemlich rot geworden). Zum Glück war meine Freundin von seinem plötzlichen Besuch ebenso überrascht wie ich selbst, so dass meine Stummheit (hoffentlich) nicht allzu auffällig war. Björn ging damit aber total lässig und freundlich um und fragte nur nach meinem Namen und schon signierte er mein Kochbuch =) Während wir noch das Rätsel über seinen Besuch versuchten zu lösen, war er auch schon wieder verschwunden und ich strahlte vor Glück, so dass mich meine Freundin erstmal umarmen musste, damit ich nicht vor Freude platze. Diese Groupies aber auch immer...

Und dann ging das Essen ja noch weiter! Auch meine stylisch auf einer Schiefertafel angerichtete Vorspeise, die gebackene Maki Rolle war köstlich. Noch warm, der Filoteig (?) aussen knusprig, der Reis innen schön samtig-weich und insgesamt süßlich gewürzt ergänzten die Wasabi Dips die Makirolle zu einem scharf-süßlichen Asia-Kuss. Dazu der würzige, lauwarme Glasnudelsalat... mmh

Meine Freundin hatte sich als Hauptgang für die gebräunten Serviettenknödel auf Rahmpfifferlingen mit dicken Bohnen entschieden und war damit scheinbar sehr zufrieden. Vor allem die knusprig-süßlichen gerösteten Zwiebeln schienen sie zu begeistern.
Nach einem kurzen Umentscheiden, wählte mein Freund die alt-Berliner Schmorgurken mit Bouletten und Kartoffelschnee und auch er genoss sichtlich sein Gericht. Anschließend meinte er, die Bouletten wären gar nicht notwendig gewesen, weil die Schmorgurken und die Kartoffeln schon so gut geschmeckt hätten...

Ich selbst bestellte die Hauptspeise aus dem Tagesmenü: Roulade mit Pfifferlingen auf sautierten Bohnen mit Süßkartoffelstampf.
Weihnachten hatte ich ja bereits ein Rezept für mit Maronen gefüllte Rouladen von Björn Moschinski erfolgreich getestet - und auch diese Rouladen überzeugten mich nochmals. (Natürlich waren sie besser als die eigenen, aber ich muss ja noch üben...)
Aber so köstlich und modern angerichtet lasse selbst ich mir Hausmannskost gerne schmecken!
Insgesamt war der Abend im Kopps ein wunderschöner - vor allem für so einen stressigen Autoproblem-Tag war es ein angenehmer Abschluss. Zu schade, dass das Kopps in Berlin steht und nicht in München... aber so gibt es neben der weltbesten Pension Berlins und dem Veganz noch einen weiteren guten (veganen) Grund für eine Reise in die Hauptstadt...

Das Kochbuch ist uns natürlich gleich am nächsten Tag noch einmal im Veganz begegnet. Und nachdem ich nun ausführlicher in meinem neuen Kochbuch geblättert und gelesen habe steht fest, dass wir in nächster Zeit wirklich sehr sehr viel kochen werden... los gehen wird's mit dem berühmt-berüchtigten Eiersalat, für den ich sogar noch einen Tipp von "Herrn Moschinski" bekam...

Dienstag, 21. August 2012

蕎麦 oder: Mentale Reise nach Japan

Bei diesen Temperaturen draussen, mag man gar nicht wirklich was Warmes essen - ein Glück, dass die japanischen Soba-Nudeln traditionell kalt genossen werden! Diese Buchweizennudeln standen schon eine Weile auf meiner to-cook-Liste, um genau zu sein, seit ich ein Rezept im Kochbuch "Genussvoll Vegetarisch" entdeckt hatte mit den genannten Soba-Nudeln, Auberginen und Mango. Ich bin allerdings kein Auberginen-Fan und somit blieb das Rezept immer wieder liegen... bis ich in der aktuellen Ausgabe der "Köstlich Vegetarisch" das Rezept für einen Mango-Avocado-Mozarella-Salat sah und es plötzlich "Klick" machte - diese beiden Rezepte müsste man doch kombinieren können, dachte ich mir!

Und am Montag las ich dann auch noch erfreut, dass Sandra from-snuggs-kitchen nach Urlaubsgerichten sucht - egal, ob man schon einmal dort war oder einfach mal gern hinreisen möchte. Auf mich trifft letzteres zu - ich würde gerne mal nach Japan. Am liebsten zur Kirschblütenzeit, aber bisher hat es noch nicht geklappt. Und somit nahm ich mir vor, zumindest kulinarisch nach Japan zu reisen mit diesem Gericht.
Ob das Ergebnis letztendlich traditionell mit der japanischen Küche zu tun hat, wage ich fast ein wenig zu bezweifeln... aber uns hat es sehr gut geschmeckt: Zu den kalten Soba-Nudeln (welche im Gegensatz zur "normalen" Pasta aromatischer sind) gesellten sich unter anderem Avocado, Mango, Bärlauch-Tofu, geröstete Cashewkerne und Basilikum - ein frisch-säuerlich-scharfes Gesamtbild mit einigen geschmacklichen Überraschungen!

Zutaten (für 2 Hungrige)
- 125 g Sobanudeln (gibt's im Bioladen)
- 1 Avocado
- 1/2 Mango (den Rest gibt's ins morgendliche Müsli)
- 2-3 EL Cashewkerne
- 3 EL + 2 EL Zitronensaft
- 2 EL + 1 EL Avocadoöl
- 2 EL Essig
- 1 TL Agavendicksaft
- 125 g Bärlauchtofu
- Sojasoße
- 1 Stiel frischer Basilikum
- Salz, Pfeffer, Koriander, Chili
- evt. Sprossen zum Dekorieren

Zubereitung
Zunächst für die Soße 3 EL Zitronensaft mit 2 EL Avocadoöl, Essig und Agavendicksaft mischen. Mit Salz, Pfeffer, Chili und getrocknetem Koriander kräftig würzen. In reichlich Salzwasser die Sobanudeln gar kochen und dann kalt abbrausen und gut abtropfen lassen. Die Avocado halbieren, schälen und in 1cm große Würfel schneiden. In einer großen Schüssel mit 2 EL Zitronensaft mischen. Die geschälte, halbe Mango ebenfalls in Würfel schneiden und zur Avocado geben. In einer kleinen Pfanne die Cashewkerne vorsichtig rösten und anschließend klein hacken. Den frischen Basilikum waschen, trocken schütteln und hacken. Die erkalteten Sobanudeln zu Avocado und Mango geben, die Soße und den Basilikum dazu geben und alles verrühren und zum kühlen in den Kühlschrank stellen.
Vor dem Servieren 1 EL Avocadoöl in der Pfanne erhitzen und den gewürfelten Tofu darin anbraten. Mit Sojasoße ablöschen. Den Tofu unter die Soba-Mischung heben und alles verteilen. Bei Bedarf beispielsweise mit Sprossen dekorieren.

Dienstag, 14. August 2012

Pad Thai - diesmal ganz ohne Ei

Dass Pad Thai eins unserer asiatischen Lieblingsgerichte ist, müsste mittlerweile deutlich geworden sein (wobei ich schon gar nicht mehr darüber berichte, wenn wir es uns zubereiten) - aber es ist so schön simpel und schnell gemacht und darüber hinaus auch noch lecker.
Bisher kam natürlich immer ein Ei dazu, aber diesmal sollte es vollständig tierfrei sein. Dafür entschieden wir uns, zusätzlich etwas grünes Gemüse in Form von Brokkoli einzubauen (von wegen Eisen und so...) - nährstoffreich wie auch geschmacklich eine gelungene Idee, finden wir beide.

Also ging es ran an den Wok, Reisnudeln, Sojasoße und Cashewkerne gezückt und los!

Zutaten (für 2 Personen)
- 200g Reisnudeln
- 50g Cashewkerne
- 2 Stangen Frühlingszwiebeln
- 150g Tofu
- 100g Mungobohnensprossen
- 100g Brokkoli (vorher kurz kochen)
- 1 EL Rohrohrzucker
- 2 EL Zitronensaft
- 5 EL Sojasoße
- Chiliflocken (Menge nach gewohntem Schärfegrad)

Zubereitung
Die Reisnudeln nach Packungsanleitung zubereiten. In der Zwischenzeit Frühlingszwiebeln putzen und in Streifen schneiden, Tofu in Würfel schneiden und den Brokkoli kochen. Im Wok (ohne Öl) die Cashewkerne anrösten und anschließend klein hacken. Zucker, Zitronensaft, Sojasoße und Chiliflocken mischen. Öl im Wok erhitzen und den Tofu zusammen mit den Frühlingszwiebeln scharf anbraten. Mungobohnensprossen dazu geben und anschließend die Glasnudeln zusammen mit etwas von der Glasnudel-Aufweich-Flüssigkeit hinzufügen. Die Sojasoßen-Mischung darüber und alles schnell verrühren. Den Brokkoli sowie die Hälfte der gehackten Cashewkerne unter mischen, alles zusammen schwenken und auf die Teller verteilen.

Montag, 14. Mai 2012

For Spice Addicts!?

Durch Zufall haben wir von diesem "Geheimtipp" gelesen. Das malaiische Restaurant Champor schreibt auf sein Menü "Wenn wir Chili sagen meinen wir Chili" und war damit prädestiniert für einen Besuch. Also machten wir uns mit dem Rad auf den Weg nach Denning und besuchten das Champor in der sonnigen Mittagszeit. Der schattige Innenhof ist schön begrünt und orientalisch gestaltet - genau das Richtige für eine gemütliche Siesta (auch wenn das kulturell jetzt nicht passt...).
Auf der Mittagskarte war zwar lediglich ein vegetarisches Gericht ausgezeichnet, aber in der regulären Speisekarte stand erfreulicherweise, dass auf Wunsch auch vegetarische Reis-, Nudel- oder Gemüsegerichte zubereitet werden.
Dem folgend bestellte ich das Green Curry anstatt mit Hühnerbrustfilet mit Tofu und Gemüse in grünem Thai Curry, verfeinert mit Koriander (9,90 €). Alle Gerichte sind in leicht scharf - scharf - oder sehr scharf eingeteilt. Mein Freund wollte zwar, dass ich -sehr scharf - bestelle, aber neben dem Curry stand "lediglich" scharf. Mal schauen, dachte ich mir aber - schließlich meinen sie auch scharf...
Mein Freund, der nicht scharf essen wollte, entschied sich für Basilikum Beef mit Rinderlende, frischem Basilikum und Gemüse (leicht scharf, 12,90 €). Vorweg bekamen wir eine würzige Gemüsesuppe mit Lauch, Karotten, Zwiebeln und einer süßlich-sauren-salzigen Note. Der Geschmack war mir neu und machte auf jeden Fall Lust auf mehr.

Um es vorweg zu nehmen: "scharf" ist mir hier nicht scharf genug ;-) aber ich bin wahrscheinlich auch kein "normales" Maß... Trotzdem war mein (leicht scharfes) Green Curry geschmacklich ganz nett (allerdings kein Vergleich zum Geschmack bei Yum to take, der einen direkt nach Thailand führt). Das Gemüse war frisch und knackig und auch der Tofu war nicht wabbelig, sondern angenehm gewürzt und nicht über-frittiert. Auch der Reis dazu war locker und hatte eine eigene, leichte Note.
Mein Freund war mit seinem Basilikum Beef ebenfalls zufrieden (für ihn war die Schärfe genau richtig). Alles in allem ist das Essen im Champor frisch und lecker (aber nicht scharf-scharf, finde ich). Als Geheimtipp würde ich es zwar nicht unbedingt hervor heben, es seit denn man meint die Lage, aber das Essen ist definitiv besser als jeder Asia-Lieferimbiss und als Vegetarier wird man nicht blöd angeschaut, sondern man ist regelrecht aufgefordert, seine fleischlosen Wünsche zu äußern. 

Dienstag, 8. Mai 2012

i'm in love...

Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass man Vegelangelo und Max Pett (meine persönlichen Favoriten hier in München) kulinarisch noch toppen kann. Aber es ist passiert. Ich bin überwältigt. Meine Sinne berauscht. Ich bin glücklich.

Doch von Anfang an.

Ende letzten Jahres habe ich bei einem bekannten Rabatt-Anbieter einen Gutschein für ein vier-Gänge-Menü für zwei Personen im vegetaria gekauft. Vergangenen Sonntag machten wir uns endlich auf den Weg gen Süden. Knapp 30 Minuten von München (ca. zehn Minuten hinter Starnberg) weist ein kleines Schild auf das versteckte Gut Kerschlach. Hier grasen idyllisch Kühe und Pferde und Kaninchen auf dem Hof, der Verkehrslärm scheint meilenweit entfernt. Und hier versteckt sich seit drei Jahren auch das kleine vegetarische Restaurant "vegetaria" von Oliver und Nina Beisert.

Eigentlich müsste sich das vegetaria gar nicht verstecken, denn das, was einem dort auf dem Teller geboten wird, ist Sterne-Niveau in meinen Augen.
Das Menü für unseren Gutschein ist vom Team des vegetaria festgelegt und klingt - bis auf die Vorspeise mit der Herausforderung in Form eines Roquefort-Dressings - verlockend. Mein Freund wählt dazu die Saftbegleitung mit Säften der Bio-Kelterei Perger, ich zwei Gläser Weißwein für Vorspeise und Hauptgericht. Vorweg erhalten wir einen Aperitif mit Prosecco und (natürlich) selbstgemachten Rhabarber-, bzw. Ananas-Sorbet. Ich war nie Fan von Rhabarber, aber dieses prickelnde, süßliche und nur ganz leicht säuerliche Sorbet ist ein Traum.

Und dann geht es los. Der Gruß aus der Küche - eine kleine, weiße Espressotasse auf einem schwarzen Unterteller birgt eine grüne, asiatische Suppe mit Banane, Chili und Soyasauce. Süßlich durch die Banane, scharf durch das Chili und salzig durch die Soyasauce. Mein Freund und ich sind nicht ganz einer Meinung - für mich ist der Bananengeschmack sehr dominant (wahrscheinlich, weil ich keine mag) und er schmeckte sehr stark die Soyasoße heraus. Dennoch ist es eine kleine Geschmacksexplosion im Mund und ein gelungener Auftakt für das Menü in meinen Augen.

Der eigentliche erste Gang hatte uns vorher etwas Bedenken gemacht: In Akazienhonig karamellisierter Radicchio mit Roquefort-Dressing und gerösteten Pinienkernen. Grund unserer Bedenken: Das Roquefort-Dressing, denn Blauschimmelkäse schmeckt uns beiden eigentlich überhaupt nicht. Aber die herzliche Bedienung ermutigt uns - alles was hier gekocht wird, würde schmecken. Okay, wir geben dem Roquefort eine Chance. Und tatsächlich - ohne Begleitung würde ich das Dressing nicht essen, aber es ergänzt den süßlich-karamellisierten Radicchio durch seine markant-bittere Note.


Als dritter Gang erreicht uns nach einer kurzen Pause ein Kunstwerk mit dem klangvollen Namen: "Grüner und weißer Spargel mit Trüffeldressing an Tobinambur-Mousse serviert mit gebratenen Risotto-Quadraten". Es wird sogleich fachmännisch und fast liebevoll vom Koch Oliver Beisert selbst erklärt. Das Besondere an diesem Gang: die Risottowürfel sind noch warm, während der knackige Spargel sowie die leichte Mousse kalt sind - beim ersten Bissen noch gewöhnungsbedürftig, aber bereits beim dritten Bissen ein aufregender Genuss. 


Als kleine Erfrischung zwischendurch serviert uns die sympathische Bedienung mein persönliches Highlight: Basilikum-Zitronen-Sorbet. Das tiefgrüne Sorbet duftet extrem nach Basilikum, geschmacklich dominiert aber die Zitrone - himmlisch!

Dann folgt der Hauptgang: Gratin vom grünen Spargel, geschichtet mit ofengerösteten Strauchtomaten und Kartoffelscheiben unter eine Haube von Semmelbröseln mit frischem Thymian an Senf-Sahne Sauce. Das Gratin ist kunstvoll angerichtet, denn ein Teller ist für Oliver Beisert, Koch und Besitzer des vegetaria, ein Bild. Das wird hier einmal mehr deutlich. Zum Geschmack des Gratins fehlen mir die Worte. Wer es wissen möchte, sollte sich auf den Weg ins vegetaria machen - aber schnell, denn leider müssen die beiden Besitzer am 31. Juli* 2012 ihre Türen schließen. Eine Nachricht, die etwas auf den Magen schlägt, aber uns nach einem kurzem Moment des Schocks umso mehr genießen lässt.


Nina & Oliver Beisert, Quelle: vegetaria

Oliver Beisert lebt selbst seit einigen Jahren als Vegetarier - eine Selbstverständlichkeit für ihn, um kreative, genussvolle vegetarische Gerichte zu kreieren. Inspiration findet er in Kochbüchern. Nach den bisherigen Gängen ist bereits deutlich: Er versteht das kulinarische Wechselspiel zwischen süß und sauer, scharf und salzig, warm und kalt. Und auch die SZ krönte Beiserts Gerichte zu "optisch wie geschmacklich unvergesslichen Wunderwerke(n)" - zu Recht.
Seine Frau und er legen zudem großen Wert auf beste saisonale und regionale Zutaten mit biologischer und demeter-Qualität. Mikrowelle, Tiefkühlprodukte und Geschmacksverstärker sind ein Tabu in ihrer Küche. Und, wie der Name bereits vermuten lässt - hier kommen ausschließlich vegetarische (und vegane) Gerichte auf den Tisch.

Nach einem weiteren Überraschungsgang (fruchtig-frisches Ananassorbet) folgt der krönende Abschluss des Menüs: Eine Reise von heiß bis kalt - hausgemachtes, warmes Rhabarber-Krustentörtchen mit glasierten Pekannüssen und Ingwer-Streuseln führt über Ingwer-Rhabarbersirup und frischer Sahne zum Rhabarbersorbet. Ganz ehrlich, ich wusste nicht, was ich zuerst genießen möchte. Der Rhabarber im Törtchen süßlich-säuerlich, eine dezente Ingwernote in den Streuseln und das Sorbet lobte ich ja bereits beim Aperitif. Was für ein Abschluss.

Gerahmt wird diese kulinarische Vollendung übrigens von einem stilvollen, klaren Ambiente. In einigen Kritiken über das vegetaria las ich, dass es den Besuchern zu kühl ist. Genau das war nicht mein Eindruck - das Interieur ist klar strukturiert und "clean", aber nicht steril, sondern modern-puristisch eingerichtet. So wird das Auge auf die Teller gelenkt und nicht ab-gelenkt. Der elegant eingerichtete Raum erhält durch die rubinrote Tapette und die verteilten Dekoelemente wie Orchideen, Blumen und Kerzen etwas Wärme. Der Blick durch die Fenster erinnert an ein Natur-Gemälde. Ein großes, rechteckiges Fenster in der anderen Richtung gewährt Einblick in die Küche. Dass der Spaß und die Leidenschaft in der Küche nicht zu kurz kommt, das verrät die silbern-glänzende Diskokugel über dem Herd.


Vielleicht ist es doch gut, dass das vegetaria (noch) versteckt ist und als Geheimtipp gilt - ich hoffe sehr, dass Nina und Oliver Beisert eine schöne Location in München finden, in der sie auch tatsächlich langfristig bleiben können. Uns als Stammkunden haben sie auf jeden Fall schon gewonnen. Und bevor das vegetaria am 31.7. im Gut Kerschlach seine Türen schließt, werden wir garantiert noch einmal dort vorbei schauen.

* Wer mehr darüber erfahren möchte, warum das vegetaria am 31.7.2012 schließt, kann das in der SZ nachlesen.

Mittwoch, 22. Februar 2012

Afghanisches Experiment

Man könnte fast meinen, ich lebe nur noch von Cupcakes und Yoga, wenn ich meine letzten Einträge Revue passieren lasse... Dem ist natürlich nicht so. Zwar kommt das Kochen momentan zu kurz (irgendwie muss ich mich noch an den Vollzeitarbeitsrythmus gewöhnen), aber dennoch schaffen wir es ab und an, Essen zu gehen. Letztes Wochenende wollten wir dann mal etwas ganz Anderes probieren (außerdem waren wir im letzten Monat insgesamt drei Mal im Max Pett mit unseren Besuchen). Bei unserem Besuch im Prinz Myshkin im Januar fiel uns auf dem Rückweg ein kleines, afghanisches Restaurant in der Dultstraße auf: Nigin. Wir erinnerten uns daran, dass wir im Vorbeigehen einige vegetarische Gerichte auf der Speisekarte entdeckt hatten und entschieden uns für dieses Experiment.

Pinke Wandfarbe scheint momentan "in" zu sein - so auch im Nigin. Dazu verleihen Shihas, glitzernde Wandornamente, Spiegel und zahlreiche Kissen dem Raum ein orientalisches Ambiente. Genau die richtige Menge an Kitsch für meinen Geschmack. Die Speisekarte ist übersichtlich und so entschieden wir uns nach einem kurzen Moment für den Vorspeisenteller Pekaure Tarkari (Gemüse in Gewürzteig gebacken mit Quark, 5,90€). Ich wählte als Hauptgang Sabsi Tschalau (Spinat nach afghanischer Art und dazu gebackener Basmatireis für 11,50€) und mein Freund wählte Samarod Palau (Lamm mit Auberginen und Spinat-Basmatireis für 15,00 €).

In dem kleinen Restaurant waren fast alle Tische reserviert und nach kurzer Zeit waren die wenigen freien Tische bereits besetzt - es scheint also ein sehr beliebtes afghanisches Restaurant zu sein...

Die Vorspeise bestätigte jedenfalls die Anzahl der Gäste - auf einem bunt-gemusterten Teller waren Kartoffeln, Blumenkohl, Pilz und Aubergine zusammen mit einem Klecks Quarkcreme angerichtet. Dazu wurden eine grüne (scharfe) und eine rote (süße) Soße gereicht. Die Grüne, so wurde uns erzählt, ist eine Pfefferminzsoße mit Pfeffer... Auf jeden Fall passten beide zu dem Gemüse.
Die Hauptgerichte kamen und überraschten mich optisch. Im Gegensatz zu "moderner" Küche sind die Speisen sehr schlicht angerichtet. Doch dafür stieg bereits ein aromatisch-süßer Duft von den Tellern auf.
Auf meinem Teller (im Bild vorne) fanden sich ein großer Haufen Reis und Spinat. Der afghanische Spinat war leicht scharf und schmeckte sehr würzig (Kardamon???), aber das eigentliche Highlight war der gebackene Basmatireis, der eine leichte, süße Kruste obenauf hatte.
Auf dem Teller von meinem Freund waren ebenfalls zwei Haufen: Auberginen und die Spinat-Reis-Mischung, in der sich das Lamm befand. Und von dem Lamm war er total begeistert - so zart, dass es ohne Messer auseinander fiel. Oder in seinen Worten: "Absolut geil."

Insgesamt war es geschmacklich definitiv mal etwas anderes - und das überhaupt nicht im negativen Sinn. Dementsprechend war dies für uns ein gelungenes Experiment.

Brief Review in English
Although you might think that because of my recent posts, that I only live of Cupcakes and Yoga, it isn't like that. We still manage to eat something else... Last weekend, we decided to try something totally new and remembered a little afghan restaurant in the centre of Munich: Nigin.
It is a small, cozy restaurant; neatly decorated with pink walls, glitter-ornaments, mirrors, pillows and some shishas. There aren't that many tables and almost all of them were reserved.
We decided to order a mixed vegetable plate as a starter and got a colorful plate with potatoes, mushrooms, califlower and eggplant, all fried in a seasoned batter. Those two sauces (green and red), that came along with the dish matched perfectly - the green mint-sauce was spicy and the red sauce was sweet-spicy. I ordered afghan spinache and baked basmati-rice as main course (in the picture in front) and was very satisfied. Although the dishes aren't arranged like the modern cuisine-customs, but the smell and the taste of the food was interesting (in a good way) and that's what's important. The rice had a sweet crust on top and was my personal highlight.
My boyfriend ordered lamb with spinache-rice and eggplant and was satisfied as well. He kind of fell in love with the lamb, which, as he said, was so soft and tender that it fell apart by itself.
All in all it was a nice experiment and we were glad that we dared.

Dienstag, 27. Dezember 2011

Asiatische Resteverwertung

Da ich vom Frosting für die Carrot Cupcakes noch ganz viel Kokosmilch übrig hatte, lag es nahe, mal wieder asiatisch zu kochen. Was gab die Vorratskammer an angebrochenen Packungen neben Kokosmilch noch her? Reisnudeln, Erbsen, Mais und rote Linsen - das klingt doch nach einem netten, veganen Curryrezept!?
Zunächst werden die Reisnudeln mit kochendem Wasser übergossen, damit sie garen (dauert ca. 20 Minuten - am besten auf die Packungsbeschreibung achten). In einem Topf Öl erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch glasig dünsten, dann Curry-Gewürze (entweder ein Fertiggewürz oder Kurkuma, Chili, Paprika, Kardamon...) und Kokosmilch einrühren, etwas Gemüsebrühe und Zitronensaft hinzu und zusammen mit den roten Linsen einköcheln lassen. Parallel in einer Pfanne Cashewkerne (oder Erdnüsse bzw. Sonnenblumen- oder Kürbiskerne, abgelöscht mit Sojasoße) rösten und beiseite stellen. Zum Schluss Erbsen und Mais (am besten wären natürlich Sojabohnen gewesen) in der Kokosmischung mit garen und schließlich die weichen Reisnudeln unterrühren. Vor dem Servieren die gerösteten Kerne untermischen.

Zutaten (für 2 Personen):
- ca. 150 g Reisnudeln
- ca. 300 ml Kokosmilch
- ca. 150 ml Gemüsebrühe
- 1 Tl Zitronensaft
- Curry-Gewürze (z.B.
- etwas Öl
- ca. 500 g Gemüse (z.B. Erbsen, Mais, rote Linse, Zucchini, Kürbis, Schoten, Paprika, Sojasprossen...)
- 1 Handvoll Nüsse/Kerne
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