Kürzlich verbrachten wir ein langes Wochenende in London. Nun sind die Briten ja kaum als Gourmets oder für ihre außergewöhnliche Küche bekannt (auch wenn Kochsterne wie Jamie Oliver und Gordon Ramsay im TV seit langem das Gegenteil proklamieren), aber einige vegetarische und gar vegane Köstlichkeiten habe ich dennoch während dieser Tage überraschender Weise entdeckt. Und ich muss sagen, sie waren gar nicht so schwer zu finden!
Bei unserem Bummel über den Borough Market muss man ja geradezu hungrig werden, bei den vielen angebotenen Produkten: Von britischen Chutneys, über sämtliche Gemüse-, Obst- und Käsesorten, bis zu süßen Pattisserie-Leckereien und vielem mehr...
Und dann entdeckte ich am Rande der Abteilung "Green Market" den Veggie Table - einen kleinen Stand, von einem jungen Ehepaar geführt (wie ich bei der nachträglichen Rechercher heraus fand), an dem es hausgemachte Snacks gibt: "100% Real Food. 100% Real Ingredients" verspricht die Website vom Veggie Table. Ich entschied mich spontan für einen vegetarischen Veggie-Burger.
Das Patty besteht aus Halloumi, Karotten, Zucchini und Kräutern. Quinoa-Salat und Hummus komplettierten den Belag zwischen den Vollkornbrötchen. Insbesonders die Minze und der Koriander in dem Patty machen aus diesem Burger etwas Besonderes - die Minze ist nicht zu markant, sondern schmiegt sich elegant an die Salate.
Mein Freund, der (freiwillig!!!) versuchte sich in London größtenteils vegetarisch zu ernähren, entschied sich für eine Box "mit allem": Verschiedenen Salaten aus diversen Saaten und Gemüsen, dem Halloumi-Patty und Hummus. Beide Gerichte kosteten jeweils zwischen 4-5 Pfund.
Ich war nach meinem Burger definitiv glücklichsatt - und ausreichend gestärkt für den weiteren Fußmarsch durch die streets of London...
Dienstag, 10. April 2012
Samstag, 7. April 2012
Bittersweet Salad
Der Frühling macht Lust auf Süßes und Frisches und damit wurde es Zeit, den "Bittersüßen Salat" aus "Genussvoll Vegetarisch" zu testen. Aus Ermangelung einiger Zutaten, habe ich es etwas abgewandelt getestet. Das Ergebnis ist ein überraschend, süß-säuerlicher Salat und damit genau das Richtige für den hoffentlich sonnigen April... Meinem Freund war der Salat zwar teilweise etwas zu säuerlich, aber auch er fand das Zusammenspiel der Süße und der Säure lecker.
Zutaten (für 2 Personen)
- 1 Grapefruit
- 20 ml Zitronensaft
- 60 ml Agavendicksaft
- 2 Chicorée
- 4 Radieschen
- 1 Stück Gurke
- 1/2 Mozzarella
- 2-3 EL Sojakerne
- ein Schuss Sojasoße
- 1-2 EL Öl
- Salz, Pfeffer
- etwas Minze (bei Bedarf)
Zubereitung
Zuerst die Grapefruit schälen und filetieren. Dabei den Saft auffangen und in einem Topf sammeln. Zitronensaft, eine Prise Salz und Agavendicksaft hinzu fügen, aufkochen und ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, so dass ein Sirup entsteht. Währenddessen die Sojakerne in einer Pfanne kurz anrösten und mit einem Schuss Sojasoße ablöschen. Beiseite stellen. Den Chicorée waschen und in grobe Blätter rupfen. Radieschen und Gurke in Scheiben schneiden und alles zusammen mischen. Mozzarella zerrupfen und ebenfalls hinzu fügen. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Das Öl in den Sirup rühren und mit dem Salat mischen, auf Schüsseln verteilen und mit den Sojakernen bestreuen und schnell genießen - damit der Sirup noch leicht warm ist. Wer möchte, kann den Salat noch mit einem Minzblatt dekorieren.
Zutaten (für 2 Personen)
- 1 Grapefruit
- 20 ml Zitronensaft
- 60 ml Agavendicksaft
- 2 Chicorée
- 4 Radieschen
- 1 Stück Gurke
- 1/2 Mozzarella
- 2-3 EL Sojakerne
- ein Schuss Sojasoße
- 1-2 EL Öl
- Salz, Pfeffer
- etwas Minze (bei Bedarf)
Zubereitung
Zuerst die Grapefruit schälen und filetieren. Dabei den Saft auffangen und in einem Topf sammeln. Zitronensaft, eine Prise Salz und Agavendicksaft hinzu fügen, aufkochen und ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, so dass ein Sirup entsteht. Währenddessen die Sojakerne in einer Pfanne kurz anrösten und mit einem Schuss Sojasoße ablöschen. Beiseite stellen. Den Chicorée waschen und in grobe Blätter rupfen. Radieschen und Gurke in Scheiben schneiden und alles zusammen mischen. Mozzarella zerrupfen und ebenfalls hinzu fügen. Alles mit Salz und Pfeffer würzen. Das Öl in den Sirup rühren und mit dem Salat mischen, auf Schüsseln verteilen und mit den Sojakernen bestreuen und schnell genießen - damit der Sirup noch leicht warm ist. Wer möchte, kann den Salat noch mit einem Minzblatt dekorieren.
Donnerstag, 5. April 2012
Veganes Dinner draussen...
Letzten Samstagabend wollten wir endlich mal wieder ins Vegelangelo. Leider war dort alles reserviert und wir hatten vorher natürlich nicht daran gedacht... Wo also statt dessen hin, war die große Frage. Wir entschieden uns für das vegane Restaurant Max Pett. Dort waren zwar ebenfalls sämtliche Tische innen ausgebucht für den Abend, aber sie gaben uns Decken und starteten die Heizstrahler und so genossen wir unser erstes veganes Dinner draussen, unter blauem Himmel in diesem Jahr.
Vorweg gab es als Gruß der Küche ein knusprig gebratenes "Würstchen" mit Kohlsalat. Zum Aufwärmen bestellte ich mir eine heiße Zitrone mit Minze, Agavendicksaft und Ingwer - diese Kombination werde ich mir auf jeden Fall für kalte Tage merken!
Als Hauptgang wählten wir beide das Sojasteak vom Grill mit Waldpilzsauce, Fenchel-Apfelgemüse und Kartoffelgratin (für 16,80 €). Und über das, was uns serviert wurde, waren wir beide platt - ich, weil es geschmacklich einfach mal wieder topp war und mein Freund, weil ihn anscheinend die Konsistenz des Sojasteaks überzeugte - er sagte sogar so etwas wie, dass ihm das fast besser schmecken würde als richtiges Fleisch, wenn ich mich richtig erinnere... Auf jeden Fall waren wir beide mal wieder positiv erstaunt, wie gut veganes Essen ist und wie wenig Verzicht dahinter steckt.
Als Hauptgang wählten wir beide das Sojasteak vom Grill mit Waldpilzsauce, Fenchel-Apfelgemüse und Kartoffelgratin (für 16,80 €). Und über das, was uns serviert wurde, waren wir beide platt - ich, weil es geschmacklich einfach mal wieder topp war und mein Freund, weil ihn anscheinend die Konsistenz des Sojasteaks überzeugte - er sagte sogar so etwas wie, dass ihm das fast besser schmecken würde als richtiges Fleisch, wenn ich mich richtig erinnere... Auf jeden Fall waren wir beide mal wieder positiv erstaunt, wie gut veganes Essen ist und wie wenig Verzicht dahinter steckt.
Trotz zwei Decken und dem Heizstrahler, zog die Kälte dann doch irgendwann in die Glieder, so dass wir nach dem Genuss des himmlisch-leichten Tiramisus, den Heimweg antraten. Das Tiramisu ist mein persönlicher Favorit - allerdings muss man dazu sagen, dass es nicht 100% wie ein original-italienisches Tiramisu schmeckt, sondern viel viel leichter ist und eine Marzipan-Kokos-Note hat. Ich könnte es jedenfalls immer wieder gern essen. Aber vor allem haben wir an diesem Abend gelernt, dass man Samstagabend wohl doch besser reservieren sollte... das war für uns zwar zunächst etwas enttäuschend, aber eigentlich freue ich mich total für diese beiden Lokale, dass sie so gut besucht sind. Und der nächste Besuch im Vegelangelo ist bereits reserviert!
Dienstag, 3. April 2012
Sonntagsgulasch - Mal wieder ein Vegan Day
Passend zum typisch-deutschen Sonntagsbraten wollte ich meinem Freund mal traditionelle Hausmannskost am Wochenende servieren. Statt des Bratens entschied ich mich allerdings für Gulasch und Klöße - angelehnt an das vegane Moschinski-Gulasch auf alles-vegetarisch.de (welches übrigens an der Uni-Mensa Bochum 264 von 300 Studenten nicht als veganes Gulasch identifizieren konnten - so täuschend echt soll es also sein...).
Normalerweise ist mein Freund überhaupt kein Fan von den sojabasierten "Fleischersatz"-Produkten, aber sein erster Kommentar bei diesem veganen Gulasch war "Krass, wie echt das aussieht". Und auch die Konsistenz war für ihn "sehr nah dran" und "angenehm, wie weiches Fleisch". Ich muss zugeben, ich wusste gar nicht, was in ein typisches Gulasch so alles gehört, oder wie es schmeckt oder sich im Mund anfühlen muss, aber vor allem fand ich es lecker. Durch das Bier und die Pilze erhielt das Gulasch eine deftige, herbe Note. Ergänzt werden könnte es noch mit Rotkohl, aber das gibt's dann beim nächsten vegan Day...
Zutaten (für 2 Personen)
- 65g Sojawürfel
- 1 Karotte, fein gewürfelt
- 1/4 Zwiebel, gewürfelt
- Gulaschgewürz
- etwas Öl
- braunes Soßenpulver
- 15g Tomatenmark
- 1/2 l Gemüsebrühe
- 1 Knoblauchzehe
- 3-4 trockene Pilze
- 1 Flasche (alkoholfreies) Bier
- 30ml Sojasahne
- Salz, Pfeffer, Petersilie
- Klöße
Zunächst die Sojawürfel für 10 Minuten in heißer Gemüsebrühe ziehen lassen, ausdrücken und anschließend mit Salz und Pfeffer würzen. Das Öl in einer Pfanne erhitzen und die Sojawürfel, Karotten und Zwiebeln darin 10 Minuten scharf anbraten. Dann mit Gulaschgewürz und dem brauen Soßenpulver mischen und weitere 5-10 Minuten schmoren lassen. Anschließend mit ca. 1/4l Bier ablöschen, Tomatenmark, Gemüsebrühe und nach Belieben trockene Pilze hinzutun und ca. 50 Minuten bei schwacher Hitze köcheln lassen. Zwischendurch evt. mit Gemüsebrühe und/oder Bier Flüssigkeit hinzufügen.
In der Zwischenzeit die Klöße zubereiten. Vor dem Servieren das Gulasch mit Sahne verfeinern und gemeinsam mit den Klößen und etwas Petersilie bestreut servieren.
Normalerweise ist mein Freund überhaupt kein Fan von den sojabasierten "Fleischersatz"-Produkten, aber sein erster Kommentar bei diesem veganen Gulasch war "Krass, wie echt das aussieht". Und auch die Konsistenz war für ihn "sehr nah dran" und "angenehm, wie weiches Fleisch". Ich muss zugeben, ich wusste gar nicht, was in ein typisches Gulasch so alles gehört, oder wie es schmeckt oder sich im Mund anfühlen muss, aber vor allem fand ich es lecker. Durch das Bier und die Pilze erhielt das Gulasch eine deftige, herbe Note. Ergänzt werden könnte es noch mit Rotkohl, aber das gibt's dann beim nächsten vegan Day...
Zutaten (für 2 Personen)
- 65g Sojawürfel
- 1 Karotte, fein gewürfelt
- 1/4 Zwiebel, gewürfelt
- Gulaschgewürz
- etwas Öl
- braunes Soßenpulver
- 15g Tomatenmark
- 1/2 l Gemüsebrühe
- 1 Knoblauchzehe
- 3-4 trockene Pilze
- 1 Flasche (alkoholfreies) Bier
- 30ml Sojasahne
- Salz, Pfeffer, Petersilie
- Klöße
In der Zwischenzeit die Klöße zubereiten. Vor dem Servieren das Gulasch mit Sahne verfeinern und gemeinsam mit den Klößen und etwas Petersilie bestreut servieren.
Sonntag, 1. April 2012
Egg-Cakes oder: Cupcakes im Osterei
So hatte ich mir die Sonntagsbackaktion ehrlich gesagt nicht vorgestellt. Und eines weiß ich mit Sicherheit - DAS werde ich nicht noch einmal backen...
Aber von Anfang an. Passend zu Ostern wollte ich eigentlich Cupcakes mit einer Gras-Dekoration backen. Da ich zum einen nirgends eine passende Tülle finden konnte und andererseits beim Cupcake Project die tollen "Easter egg cupcakes with Yolk centers" fand, stand mein neues Backziel fest: Cupcakes im (echten) Osterei. Und natürlich auch mit "Ei-Dotter". Als ich meinem Freund von dem Vorhaben erzählte, schüttelte er nur den Kopf und fragte, wie ich auf solche verrückten Ideen komme. Als Antwort zuckte ich wiederum die Schultern und zeigte ihm lediglich die Fotos vom Cupcake Project.
Und so begann mein ehrgeiziges Backvorhaben am Sonntagmorgen. Die erste Geduldsprobe kam in Form von 18 Hühnereiern, die es zu leeren kalt - natürlich ohne die Schale zu zerbrechen. Für das erste Ei benötigte ich gefühlt eine Stunde, mithilfe eines kleinen Loches in der Schale und einem Essstäbchen, das glibbrige Ei-Innere heraus zu locken. Beim zweiten Ei ging ich dann bereits auf den praktischen Vorschlag meines Freundes ein, ein zweites kleines Loch in die Unterseite des Eies zu stechen und das Innere heraus zu pusten. Zum Glück half er mir dabei, sonst würde ich wohl heute noch pusten...
Eine weitere Geduldsprobe (physikalischen Ursprungs) war es, die leeren Eierschalen in Salzwasser zu spülen und anschließend mit Eierfarbe einzufärben. Aber mit viel Geduld und einem weiteren Tipp meines Freundes, gelang mir auch dies.
Leider entschied ich mich im Anschluss beim Befüllen der Eierschalen mit dem Teig für die falsche Spritztülle, so dass diese scheinbar einfache Aufgabe ebenfalls zu einer Geduldsprobe wurde - und wieder einmal war ich dankbar für die Ruhe und Geduld sowie die praktische Veranlagung meines Freundes... Dazu kam dann noch das kleine Problem, die Füllung im Ei-Inneren einzuschätzen, aber wer will schon ein perfektes Backerlebnis...
Zum Glück sind dann doch überraschender Weise einige der Eier gelungen: recht hübsch und vor allem mit einem leckeren Inneren und sogar das "Dotter" ist (teilweise) geglückt, die mein Freund und ich sofort genüsslich verputzten. Allerdings ist die Quote mit den gelungenen Eiern leider nicht so hoch und wir entdeckten sogar eine leer-gebackene Eierschale... Aber auch der Rückblick auf das gemeinsame Experimentieren mit meinem Freund lassen mich mittlerweile umdenken... Also vielleicht wage ich einen weiteren Osterei-Versuch, da ich ja immerhin schlauer bin jetzt. Aber erst im nächsten Jahr.
- Eierfarben, Wasser und Essig (je nach Eierfarbe)
Cupcake
- 110g Mehl
- 1/2 TL Backpulver
- 1 Msp. Natron
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (von den 16)
- 225g Zucker
- 115g Butter (Zimmertemperatur)
- 115g Schmand
"Ei-Dotter"
- 1 Ei (von den 16)
- 225g Frischkäse
- 75g Zucker
- Gelbe Lebensmittelfarbe (ich nutzte "Golden Yellow" von Wilton)
Zubereitung
Zunächst müssen die Eier vorbereitet werden. Dazu jeweils in die Unter- und Oberseite zwei kleine Löcher pieksen und das Loch auf der oberen Seite etwas vergrößern, so dass eine Tülle vollständig rein passt. Dann die Eier auspusten. Drei dieser Eier benötigt man für die Cupcakes, die anderen habe ich jeweils paarweise in Tupperschüsseln und im Kühlschrank aufbewahrt. So kann man sie immernoch verwenden und vor allem auch dosieren. Die geleerten Eierschalen mit Wasser ausspülen und anschließend 30 Minuten in Salzwasser legen (wir haben die Eierschalen in einen Eimer getan und einen Teller zum Beschweren hinauf gelegt). Anschließend nochmals spülen und die Eier nach Belieben färben und trocknen lassen.
Während des Salzbades kann man schon die Teigmasse sowie das "Ei-Dotter" vorbereiten. Für den Teig zwei Eier und Zucker schaumig schlagen und anschließend Mehl, Backpulver, Natron und Salz untermischen. Dann Butter und schließlich den Schmand dazu geben und kurz verrühren, bis die Masse cremig ist.
Für das "Dotter" das Ei, Frischkäse und Zucker verrühren und mit Lebensmittelfarbe entsprechend einfärben. Teig und "Dotter"-Creme in Spritztüten füllen - am besten hat sich bei uns die "Bismark"-Tülle von Wilton geeignet. Den Ofen auf 170°C vorheizen.
Nun die Eierschalen in einer Cupcakeform (mit Hilfe von Alufolie) aufstellen und zu 1/4 mit Teig füllen. Anschließend "Dotter" hinzu tun und dann wieder Teig. Die Eier sollten am Ende zu 3/4 gefüllt sein (was uns selten gelungen ist, aber das Ei zerplatzt nicht, sondern der Teig quillt lediglich oben raus und kann dann entfernt werden). Die Eier im vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten backen, etwas abkühlen lassen und evt. Teigreste entfernen.
Dann muss man die Eier nur noch abpellen und genießen.
Aber von Anfang an. Passend zu Ostern wollte ich eigentlich Cupcakes mit einer Gras-Dekoration backen. Da ich zum einen nirgends eine passende Tülle finden konnte und andererseits beim Cupcake Project die tollen "Easter egg cupcakes with Yolk centers" fand, stand mein neues Backziel fest: Cupcakes im (echten) Osterei. Und natürlich auch mit "Ei-Dotter". Als ich meinem Freund von dem Vorhaben erzählte, schüttelte er nur den Kopf und fragte, wie ich auf solche verrückten Ideen komme. Als Antwort zuckte ich wiederum die Schultern und zeigte ihm lediglich die Fotos vom Cupcake Project.
Und so begann mein ehrgeiziges Backvorhaben am Sonntagmorgen. Die erste Geduldsprobe kam in Form von 18 Hühnereiern, die es zu leeren kalt - natürlich ohne die Schale zu zerbrechen. Für das erste Ei benötigte ich gefühlt eine Stunde, mithilfe eines kleinen Loches in der Schale und einem Essstäbchen, das glibbrige Ei-Innere heraus zu locken. Beim zweiten Ei ging ich dann bereits auf den praktischen Vorschlag meines Freundes ein, ein zweites kleines Loch in die Unterseite des Eies zu stechen und das Innere heraus zu pusten. Zum Glück half er mir dabei, sonst würde ich wohl heute noch pusten...
Leider entschied ich mich im Anschluss beim Befüllen der Eierschalen mit dem Teig für die falsche Spritztülle, so dass diese scheinbar einfache Aufgabe ebenfalls zu einer Geduldsprobe wurde - und wieder einmal war ich dankbar für die Ruhe und Geduld sowie die praktische Veranlagung meines Freundes... Dazu kam dann noch das kleine Problem, die Füllung im Ei-Inneren einzuschätzen, aber wer will schon ein perfektes Backerlebnis...
Zum Glück sind dann doch überraschender Weise einige der Eier gelungen: recht hübsch und vor allem mit einem leckeren Inneren und sogar das "Dotter" ist (teilweise) geglückt, die mein Freund und ich sofort genüsslich verputzten. Allerdings ist die Quote mit den gelungenen Eiern leider nicht so hoch und wir entdeckten sogar eine leer-gebackene Eierschale... Aber auch der Rückblick auf das gemeinsame Experimentieren mit meinem Freund lassen mich mittlerweile umdenken... Also vielleicht wage ich einen weiteren Osterei-Versuch, da ich ja immerhin schlauer bin jetzt. Aber erst im nächsten Jahr.
Zutaten
- 16 Eier (L)- Eierfarben, Wasser und Essig (je nach Eierfarbe)
Cupcake
- 110g Mehl
- 1/2 TL Backpulver
- 1 Msp. Natron
- 1 Prise Salz
- 2 Eier (von den 16)
- 225g Zucker
- 115g Butter (Zimmertemperatur)
- 115g Schmand
"Ei-Dotter"
- 1 Ei (von den 16)
- 225g Frischkäse
- 75g Zucker
- Gelbe Lebensmittelfarbe (ich nutzte "Golden Yellow" von Wilton)
Zubereitung
Zunächst müssen die Eier vorbereitet werden. Dazu jeweils in die Unter- und Oberseite zwei kleine Löcher pieksen und das Loch auf der oberen Seite etwas vergrößern, so dass eine Tülle vollständig rein passt. Dann die Eier auspusten. Drei dieser Eier benötigt man für die Cupcakes, die anderen habe ich jeweils paarweise in Tupperschüsseln und im Kühlschrank aufbewahrt. So kann man sie immernoch verwenden und vor allem auch dosieren. Die geleerten Eierschalen mit Wasser ausspülen und anschließend 30 Minuten in Salzwasser legen (wir haben die Eierschalen in einen Eimer getan und einen Teller zum Beschweren hinauf gelegt). Anschließend nochmals spülen und die Eier nach Belieben färben und trocknen lassen.
Während des Salzbades kann man schon die Teigmasse sowie das "Ei-Dotter" vorbereiten. Für den Teig zwei Eier und Zucker schaumig schlagen und anschließend Mehl, Backpulver, Natron und Salz untermischen. Dann Butter und schließlich den Schmand dazu geben und kurz verrühren, bis die Masse cremig ist.
Für das "Dotter" das Ei, Frischkäse und Zucker verrühren und mit Lebensmittelfarbe entsprechend einfärben. Teig und "Dotter"-Creme in Spritztüten füllen - am besten hat sich bei uns die "Bismark"-Tülle von Wilton geeignet. Den Ofen auf 170°C vorheizen.
Nun die Eierschalen in einer Cupcakeform (mit Hilfe von Alufolie) aufstellen und zu 1/4 mit Teig füllen. Anschließend "Dotter" hinzu tun und dann wieder Teig. Die Eier sollten am Ende zu 3/4 gefüllt sein (was uns selten gelungen ist, aber das Ei zerplatzt nicht, sondern der Teig quillt lediglich oben raus und kann dann entfernt werden). Die Eier im vorgeheizten Backofen ca. 25 Minuten backen, etwas abkühlen lassen und evt. Teigreste entfernen.
Dann muss man die Eier nur noch abpellen und genießen.
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